Während sich der „Vibe-Coding“-Trend in der Entwickler-Community schnell verbreitet, erlebt Apples App Store eine beispiellose Welle von App-Einreichungen. Der neueste Bericht der Datenanalyseagentur Sensor Tower zeigt, dassAllein im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden rund 560.000 neue Apps in den App Store aufgenommen. Basierend auf der aktuellen Wachstumsdynamik wird erwartet, dass die Gesamtzahl der neuen Apps, die in diesem Jahr zum App Store hinzugefügt werden, 1 Million übersteigt und damit den historischen Höchstwert von 890.000 aus dem Jahr 2016 weit übersteigt.

Diese Mengenexplosion brachte jedoch keine entsprechende Qualitätsverbesserung mit sich. Im Gegensatz zu früheren Wachstumsbooms, die von professionellen Entwicklern angeführt wurden, wird der aktuelle App-Boom in erster Linie von einfachen Leuten mit wenig Programmiererfahrung vorangetrieben. Immer mehr Menschen beginnen, KI-Programmiertools wie Replit und Bolt.new zu verwenden, um schnell Full-Stack-Anwendungen zu generieren, die nur Eingabeaufforderungen in natürlicher Sprache verwenden. Gleichzeitig nutzen professionelle und Amateurentwickler auch häufig intelligente Assistenten wie Claude Code und GitHub Copilot, um die Entwicklung zu unterstützen. Dies hat dazu geführt, dass Tausende von minderwertigen, homogenen „KI-Junk-Anwendungen“ auf den Markt geschwemmt wurden.

Trotz des explosionsartigen Wachstums des Anwendungsangebots ist die Downloadbereitschaft der Nutzer sehr gering. Daten zeigen, dass die gesamten App-Downloads im App Store im letzten Jahr nur um 3 % gestiegen sind und sich die Wachstumsrate in diesem Jahr bislang auf 2 % verlangsamt hat. Als Reaktion auf dieses Phänomen gab Phillip Shoemaker, der von 2009 bis 2016 für den App Store verantwortlich war, eine Warnung heraus und wies darauf hin, dass diese unkontrollierte Verbreitung von Anwendungen nicht nur die Überprüfungsressourcen von Apple erheblich beanspruchen wird, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von böswilligen Elementen genutzt wird, um Malware mit Sicherheitsrisiken in den App Store zu stopfen.

Gleichzeitig hat die enorme Zahl an Antragseinreichungen auch Kontroversen über die Effizienz und Qualität der Prüfungen ausgelöst. Viele Entwickler haben im Entwicklerforum von Apple Beschwerden eingereicht und erklärt, dass sich der Überprüfungszyklus für neue Anwendungen in den letzten Monaten erheblich verlängert habe. Apple bestritt dies offiziell und teilte der New York Times mit, dass 90 % der Apps immer noch innerhalb von 48 Stunden überprüft werden könnten. Neben dem Überprüfungsdruck wird auch das Phänomen des Missbrauchs von Nachahmungen und geklonten Anwendungen immer gravierender. Zahlreiche Nutzer berichten, dass der Markt mit gefälschten Produkten mit minderwertigem Aussehen und Funktionen überschwemmt wird. In jüngster Zeit wurde in vielen Medienberichten darauf hingewiesen, dass viele dieser neu eingeführten KI-generierten Anwendungen ein ernstes Risiko für den Verlust der Privatsphäre bergen und sogar nicht wie beworben richtig funktionieren können.