Zusammenfassung:
Der jüngste Machtkampf auf höchster Ebene bei der WordPress-Muttergesellschaft Automattic hat eine dramatische Wende erfahren. Nur wenige Tage, nachdem der Vorstand versucht hatte, dafür zu stimmen, den Gründer und CEO Matt Mullenweg vorübergehend aus dem Management zu entfernen, haben mehrere der Direktoren, die auf die Entscheidung gedrängt hatten, den Vorstand verlassen, während Mullenweg die Kontrolle über das Unternehmen wiedererlangt.

Der Vorfall ereignete sich erstmals Anfang September. Damals stimmte der Vorstand von Automattic dafür, Mullenweg in bezahlten Urlaub zu schicken, wobei der Finanzvorstand des Unternehmens, Mark Davis, als Interims-CEO fungierte. Nachdem die Nachricht bekannt gegeben wurde, erregte sie in der Außenwelt große Aufmerksamkeit für den internen Governance-Status dieses etablierten Internetunternehmens.
Nach späteren Offenlegungen äußerte Mullenweg große Unzufriedenheit mit der Entscheidung des Vorstands. Er veröffentlichte eine Nachricht auf der unternehmensinternen Slack-Plattform, in der er einigen Direktoren und Managementmitgliedern vorwarf, die Aktion hinter den Kulissen geplant zu haben, und bezeichnete den Vorfall als „Putsch“ gegen sich selbst. Anschließend begann er, Schritte zu unternehmen, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.
Als der Konflikt andauerte, teilte Mullenweg den Mitarbeitern mit, dass er die Kontrolle über das Unternehmen wiedererlangt habe. Er betonte auch über interne Kommunikationskanäle, dass die relevanten Probleme gelöst worden seien und deutete an, dass er die Folgen der Ausgrenzung nicht akzeptieren werde. Gleichzeitig bestätigten mehrere Mitarbeiter gegenüber den Medien, dass sich die Führungsmacht im Unternehmen rasant verändert.
Nur wenige Tage später begann sich die Situation deutlich zu ändern. Anschließend gaben Beamte von Automattic eine Erklärung ab, in der sie bestätigten, dass Mullenweg als Vorsitzender und CEO des Unternehmens zurückgekehrt sei und die Unterstützung des Vorstands erhalten habe. Gleichzeitig wird Mark Davis, der zuvor zum Interims-CEO ernannt wurde, die Geschäfte des Unternehmens nicht mehr übernehmen.
Mit der Rückkehr von Mullenweg ist auch die Frage der Bindung vieler Direktoren an die Oberfläche gekommen. Der erste, der die Nachricht überbrachte, war Tony Schneider, ehemaliger CEO von Automattic und aktueller Chef von Bluesky. Die Außenwelt entdeckte anschließend, dass er seine persönlichen Website-Informationen geändert und seine früheren Vorstellungen über seine Tätigkeit als Direktor und Sonderberater von Automattic gelöscht hatte.
Quellen zufolge haben neben Schneider auch zwei weitere Direktoren, Sue Decker und Ann Dunwoody, den Vorstand verlassen. Deckers LinkedIn-Profil wurde aktualisiert, um zu zeigen, dass sie bis September 2026 im Vorstand von Automattic tätig sein wird.
Angesichts externer Anfragen bestätigte Automattic die konkreten Personalveränderungen nicht einzeln, ein Unternehmenssprecher gab jedoch in einer Erklärung zu, dass einige Personen relevante Positionen verlassen haben. Das Unternehmen sagte, Mullenweg und das Managementteam hätten Respekt und Dankbarkeit für alle, die am Aufbau des Unternehmens beteiligt waren, und seien hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung weiterhin optimistisch.
Analysten glauben, dass dieses Ergebnis tatsächlich bedeutet, dass die Direktoren, die zuvor Mullenweg zum Abgang gedrängt hatten, ihren Einfluss verloren haben, so dass es nicht länger verwunderlich ist, dass der Vorstand nun erneut seine „volle Unterstützung“ zum Ausdruck gebracht hat. Die Machtverhältnisse innerhalb des Vorstands haben sich grundlegend verändert, nachdem die Direktoren, die ursprünglich die Entscheidung, das Unternehmen gegen Bezahlung zu suspendieren, unterstützt hatten, ausgeschieden sind.
Obwohl diese weniger als eine Woche andauernde Managementkrise für Automattic vorbei ist, erregen die Probleme der Governance-Struktur, die hinter dem Vorfall aufgedeckt wurden, immer noch Aufmerksamkeit. Als einflussreichste Persönlichkeit im WordPress-Ökosystem ist Mullenweg nicht nur Gründer und Hauptführer von Automattic, sondern hat auch starken Einfluss auf die gesamte WordPress-Community. Der Zusammenhang zwischen dieser Art persönlicher Einflussnahme und dem traditionellen Modell der Vorstandsführung ist auch in den Mittelpunkt externer Diskussionen gerückt.
Derzeit wird Automattic wieder direkt von Mullenweg geführt. Das Unternehmen sagte, dass der kurzfristige Sturm vorüber sei und das Team sich wieder auf die Produkt- und Geschäftsentwicklung konzentrieren werde. Dieser vom Vorstand „erzwungene“ Vorfall, der die Technologiekreise im Silicon Valley schockierte, ermöglichte es der Außenwelt jedoch, erneut die enorme Kontrolle der Gründer in Internetunternehmen sowie die mögliche heftige Kollision zwischen moderner Unternehmensführung und der Autorität des Gründers zu erkennen.
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