Zusammenfassung:
Eine spezielle Version der GeForce RTX 3060 von chinesischen Moddern hat kürzlich in Hardware-Kreisen für Aufmerksamkeit gesorgt. Das größte Merkmal dieser Grafikkarte ist nicht die Leistungssteigerung, sondern der vollständige Verzicht auf die externe Stromversorgungsschnittstelle und die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über den PCIe-Steckplatz. Obwohl es diesem Design gelungen ist, eine extreme Miniaturisierung zu erreichen, war der Preis eine deutliche Leistungsreduzierung und blieb sogar hinter der GTX 1060-Grafikkarte zurück, die es seit zehn Jahren gibt.
Den offengelegten Informationen zufolge wurde diese Grafikkarte von WestmereX, dem Erfinder von Bilibili, vorgeführt. Als es erstmals Aufmerksamkeit in der Hardware-Medien erregte, sorgte es aufgrund seiner ungewöhnlich kompakten Bauweise für Diskussionen. Die gesamte Grafikkarte ist mit einem Steckplatz und halber Höhe ausgestattet und die Gesamtgröße ähnelt einem Smartphone. Es bietet nur eine HDMI-Schnittstelle und eine DisplayPort-Schnittstelle. Der Wärmeableitungsteil verfügt über ein Turbofan-Design, das heiße Luft von der Rückseite des Gehäuses über einen einzelnen Lüfter abgibt.
Aus optischer Sicht unterscheidet sich dieser besondere RTX 3060 stark von herkömmlichen Produkten. Auf die großflächigen Kühlrippen, die Rückwandplatine und das komplexe Heatpipe-System, die bei herkömmlichen Grafikkarten üblich sind, wurde verzichtet, so dass lediglich eine vereinfachte Version des Kühlers und eine Schicht Metallgehäuse zur zusätzlichen Wärmeableitung übrig bleiben, wodurch das Volumen minimiert wird.



Die eigentliche technische Herausforderung liegt im Stromversorgungssystem. Die offizielle Thermal-Design-Leistungsaufnahme der Standardversion der RTX 3060 liegt bei etwa 170 Watt, der PCIe-x16-Steckplatz kann laut Spezifikation nur bis zu 75 Watt Leistung bereitstellen. Das bedeutet: Soll die RTX 3060 komplett abseits der 6-Pin- oder 8-Pin-Schnittstelle für die externe Stromversorgung laufen, muss die Grafikkarte selbst deutlich modifiziert werden.
Der Analyse zufolge hat der Hersteller möglicherweise die Beurteilungslogik der GPU für ihren eigenen Stromverbrauch geändert, indem er die Stromerkennungsschaltung der Grafikkarte modifiziert hat, wodurch die Grafikkarte eine Stromversorgungsgrenze akzeptieren konnte, die weit unter dem ursprünglichen Designziel liegt. In diesem Modus kann die Grafikkarte zwar normal starten und laufen, ihre Leistung ist jedoch äußerst eingeschränkt.
Testdaten zeigen, dass die Kernfrequenz dieser Grafikkarte nicht einmal 900 MHz überschreiten kann, während die offizielle Beschleunigungsfrequenz der Standard-RTX 3060 1777 MHz erreichen kann. Aufgrund des langfristigen starken Strommangels kann die GPU ihre normale Betriebsfrequenz kaum aufrechterhalten.
Leistungstestergebnisse sind intuitiver. Im 3DMark Time Spy-Benchmark-Test erzielte diese spezielle Version der RTX 3060 nur 4821 Punkte, während die gewöhnliche RTX 3060 normalerweise rund 9000 Punkte erreichen kann, und ihre Leistung wurde fast halbiert. Noch überraschender ist, dass die Ergebnisse noch niedriger sind als bei Mittelklasse-Grafikkarten von vor Jahren wie der GTX 1060 und der Radeon RX 580.
Das Problem der Wärmeableitung ist ebenfalls im Vordergrund. Aufgrund der kompakten Größe der Grafikkarte und der extrem vereinfachten Wärmeableitungsstruktur lag die Hot-Spot-Temperatur im Test bei über 90 Grad Celsius. Eine begrenzte Stromversorgung und eine begrenzte Wärmeableitung bilden zusammen einen doppelten Flaschenhals, der dazu führt, dass die GPU lange Zeit mit reduzierter Frequenz läuft.
Dennoch weist dieses Renovierungsprojekt immer noch einen gewissen technischen Wert auf. Für ultrakleine Hosts, industrielle Computerausrüstung oder einige spezielle Plattformen mit extrem begrenztem Platz sind unabhängige Grafikkarten, die keine zusätzlichen Stromversorgungsleitungen benötigen, in der Tat attraktiv. Der Hersteller gibt sogar an, dass die tatsächliche Leistungsaufnahme der Grafikkarte etwa 80 Watt beträgt, was nur geringfügig über der Standard-Stromversorgungskapazität des PCIe-Steckplatzes liegt.
Aus Sicht der praktischen Anwendung handelt es sich bei dieser Lösung jedoch eher um eine experimentelle Arbeit zur Verifizierung des Konzepts und nicht um ein ausgereiftes Produkt, das wirklich für die Marktförderung geeignet ist. Da die Leistung nach extremer Komprimierung weitaus geringer ist, als die normale RTX 3060 sein sollte, konnten ihre tatsächlichen Spiele- und Grafikverarbeitungsfähigkeiten nicht den ursprünglichen Wert dieser Ampere-GPU widerspiegeln.
Brancheninsider wiesen darauf hin, dass die neueste Generation integrierter Grafikkarten, die mit vielen leistungsstarken Mini-Hosts ausgestattet sind, möglicherweise bereits ein realistischeres oder sogar besseres Erlebnis bieten kann, wenn Benutzer nur eine geringe Grafikleistung erhalten möchten, und gleichzeitig viele Kompromisse bei Stromversorgung, Kühlung und Kompatibilität vermeiden.
Obwohl die Ergebnisse nicht ideal sind, zeigt diese Aufnahme einer RTX 3060, die ausschließlich mit Strom über einen PCIe-Steckplatz betrieben wird, dennoch die erstaunliche Kreativität der DIY-Hardware-Community. Es beweist, dass moderne unabhängige Grafikkarten unter extremen Bedingungen immer noch transformiert und neu definiert werden können, aber zum jetzigen Zeitpunkt spiegelt dieser Versuch eher den Geist der technischen Erforschung als den praktischen Wert wider.
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