Im zweiten Quartal 2026 verzeichneten die Lieferungen diskreter Grafikkarten entgegen dem Trend ein Wachstum von 12,2 %.

📅 2026-09-06

Zusammenfassung:

Trotz der insgesamt schwachen Leistung des globalen PC-Marktes und des anhaltenden Preisanstiegs für Speicherchips lieferte der Markt für unabhängige Grafikkarten im zweiten Quartal 2026 ein unerwartetes Zeugnis ab. Die neuesten Branchendaten zeigen, dass die Auslieferungen von diskreten Grafikprozessoren (dGPU) im zweiten Quartal ein deutliches Wachstum verzeichneten, was nicht nur das traditionelle Muster außerhalb der Saison durchbrach, sondern auch zeigte, dass die Marktnachfrage nach Geräten mit unabhängigen Grafikkarten immer noch stark und widerstandsfähig ist.

Daten des Marktforschungsunternehmens Jon Peddie Research (JPR) zeigen, dass die Lieferungen unabhängiger GPUs im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vormonat um 12,2 % und im Jahresvergleich um 14,1 % gestiegen sind. Dieses Ergebnis ist besonders bemerkenswert, da das zweite Quartal in der Vergangenheit als saisonale Nebensaison für den PC-Hardwaremarkt galt und die gesamte Branche in diesem Jahr auch mit Belastungen wie knappem Speicherangebot und steigenden Kosten konfrontiert ist.

Gleichzeitig ist der gesamte PC-Markt nicht gleichzeitig gewachsen. Daten zeigen, dass der Client-CPU-Markt im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 1,1 % zurückging und die Desktop-Nachfrage offensichtliche Anzeichen einer Abschwächung zeigte. Vor diesem Hintergrund können unabhängige Grafikkarten gegen den Trend wachsen und gelten in diesem Quartal als eines der bemerkenswertesten Phänomene auf dem Hardwaremarkt.

Betrachtet man den gesamten GPU-Markt, beliefen sich die weltweiten Auslieferungen von Consumer-PC-GPUs im zweiten Quartal auf 75,5 Millionen Einheiten. Diese Zahl umfasst sowohl integrierte als auch diskrete Grafiken, was einem Anstieg von 10,4 % gegenüber dem Vorquartal und einem Anstieg von 1,1 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.

Nach weiterer Aufteilung lässt sich feststellen, dass diese Wachstumsrunde hauptsächlich aus dem Notebook-Computermarkt stammt. Im zweiten Quartal stiegen die Auslieferungen von Notebook-GPUs im Vergleich zum Vorquartal um 16,8 %, während die Auslieferungen von Desktop-GPUs im Quartalsvergleich um 4 % zurückgingen. Dieser Trend steht im Einklang mit den Veränderungen auf dem CPU-Markt. Die Nachfrage nach mobilen Plattformen steigt weiterhin, während bei traditionellen Desktop-Plattformen ein Abwärtstrend zu verzeichnen ist.

JPR hat die konkrete Liefermenge unabhängiger Grafikkarten nicht bekannt gegeben. Basierend auf Berechnungen, die auf GPU-Bereitstellungsraten, Marktanteilen und Versanddaten der einzelnen Hersteller basieren, haben die drei Hersteller AMD, Intel und Nvidia im zweiten Quartal jedoch insgesamt etwa 20 Millionen unabhängige GPUs ausgeliefert.

Das Forschungsinstitut machte jedoch keine klaren Angaben darüber, welcher Produkttyp das Wachstum unabhängiger Grafikkarten vorangetrieben hat. Es ist unklar, ob das Wachstum hauptsächlich vom Desktop-Grafik-Einzelhandelsmarkt, von Gaming-Laptops oder anderen PC-Produkten mit separaten GPUs ausgehen wird. Den vorliegenden Daten zufolge ist die Nachfrage nach Systemen mit unabhängigen Grafikkarten jedoch offensichtlich stärker als die Gesamtleistung des traditionellen Desktop-Computermarkts.

In Bezug auf die Herstellerstruktur hält Intel mit integrierten Kerngrafiken in seinen Prozessoren immer noch den größten Anteil am Consumer-GPU-Markt. Im zweiten Quartal belegte Intel mit einem Marktanteil von 56 % den ersten Platz; Nvidia belegte mit einem Anteil von 23 % den zweiten Platz; AMD erreichte 21 %.

Es ist erwähnenswert, dass der Marktanteil von AMD um 7 Prozentpunkte gestiegen ist, verglichen mit 14 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In dieser Statistik ist jedoch der im Prozessor integrierte Radeon-Grafikkern enthalten, sodass der Anstieg des Anteils eher den Anstieg der Verbraucherprozessorverkäufe von AMD widerspiegelt und nicht unbedingt bedeutet, dass das unabhängige Grafikkartengeschäft das gleiche Wachstum erzielt hat.

Analysten gehen davon aus, dass die Daten dieses Quartals zeigen, dass High-End-Grafikkarten zwar von steigenden Preisen für Speicherchips betroffen sind und auch die PC-Preise einem Aufwärtsdruck ausgesetzt sind, die Verbrauchernachfrage nach Geräten mit stärkerer Grafikleistung jedoch stabil bleibt. Insbesondere aufgrund der anhaltenden Expansion von Gaming-Notebooks, Creator-Notebooks und KI-Anwendungsszenarien ist der unabhängige GPU-Markt vorübergehend von den negativen Auswirkungen der Abschwächung des traditionellen PC-Marktes verschont geblieben.

Das Versandwachstum entspricht jedoch nicht vollständig dem Terminalumsatzwachstum. Ein Teil des Wachstums könnte auf die Lageraufstockung der Hersteller, die Wiederauffüllung der Lagerbestände durch die Vertriebskanäle und die Freigabe von OEM-Bestellungen zurückzuführen sein. Was die tatsächliche Nachfrage auf dem Desktop-Grafikkartenmarkt betrifft, müssen wir noch auf die Veröffentlichung eines detaillierteren unabhängigen Grafikkartenmarktberichts warten, bevor wir ein genaueres Urteil fällen können.

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