FTC wirft Amazon vor, die Anzeigenpreise „systematisch“ heimlich zu erhöhen

📅 2026-09-01

Zusammenfassung:

Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) reichte zusammen mit den Generalstaatsanwälten von 22 Bundesstaaten eine Klage gegen Amazon ein und beschuldigte das Unternehmen, „geheime Werbezuschläge“ eingeführt zu haben, um die Werbekosten der Werbetreibenden auf der Website und in den Apps von Amazon in die Höhe zu treiben. Andrew Ferguson, Vorsitzender der FTC, sagte, dass ein Großteil dieser zusätzlichen Werbeausgaben letztendlich an die amerikanischen Verbraucher weitergegeben wurde.

In der Beschwerde wird behauptet, dass Amazon gegen den Federal Trade Commission Act und mehr als ein Dutzend Landesgesetze verstoßen hat. Der Fall kommt fast ein Jahr, nachdem Amazon zugestimmt hat, 2,5 Milliarden US-Dollar zu zahlen, um die Kosten im Zusammenhang mit seinem Prime-Abonnementgeschäft zu begleichen.

Amazon-Werbung nutzt in der Regel einen „Zweitpreis“-Gebotsmechanismus, was bedeutet, dass der erfolgreiche Werbetreibende im Prinzip nur einen Cent mehr zahlen muss als der zweithöchste Bieter. Allerdings behauptete die FTC, dass Amazon den Ausschreibungsprozess seit 2019 manipuliert habe.

Der Beschwerde zufolge wird die Werbeabteilung von Amazon nach Ende der Auktion und der Ermittlung des höchsten und zweithöchsten Gebots den ursprünglich durch die Auktion ermittelten Preis durch eine Reihe höherer Preise ersetzen, die darauf abzielen, den Gewinn des Unternehmens zu maximieren und die Kosteneffizienz der Werbung zu verringern. Aus einer internen Stellungnahme des Leiters der Werbeabteilung von Amazon geht hervor, dass der sogenannte „Zweite Preis“ nicht vom tatsächlichen Bieter bestimmt wird, sondern ein von Amazon berechneter „Agenten-Zweitpreis“ ist.

Die FTC geht davon aus, dass diese Praxis ohne deren Wissen illegal mehr als 20 Milliarden US-Dollar von Werbetreibenden eingenommen hat. Amazon gab eine Erklärung ab, in der es die Klage der FTC als „irreführend und unbegründet“ bezeichnete und erklärte, dass die FTC „das Verhalten des Werbetreibenden grundlegend missverstanden“ habe. Amazon gab außerdem an, dass das durchschnittliche erfolgreiche Gebot für Suchanzeigen für gesponserte Produkte von 2019 bis 2024 um 50 % gesunken ist.

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