Zusammenfassung:
Es wird erwartet, dass die Isländer sich im Referendum am Samstag weigern werden, die Beitrittsverhandlungen mit der EU wieder aufzunehmen. Nach Angaben des isländischen Nationalsenders (RUV) liegen nach der vorläufigen Auszählung der überwiegenden Mehrheit der Stimmen die Wähler, die die Verhandlungen mit der 27-köpfigen EU ablehnen, derzeit mit einem knappen Vorsprung von 50,1 % an der Spitze, während die Befürworter 49,9 % ausmachen. Die Stimmen in den von der Opposition dominierten Wahlkreisen wurden noch nicht ausgezählt und die offiziellen Ergebnisse werden voraussichtlich am Sonntagnachmittag Ortszeit bekannt gegeben.

Bedenken hinsichtlich der Souveränität und Kontrolle über seine riesigen Fischerei- und Landwirtschaftsbetriebe standen im Mittelpunkt der Abstimmung in dem atlantischen Staat mit weniger als 400.000 Einwohnern. Als nordisches Land hat Island durch das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Zugang zum EU-Binnenmarkt erhalten.
In einer Zeit, in der die EU versucht, die Beitrittsverhandlungen zu beschleunigen und die 13-jährige Stagnation bei der Mitgliedererweiterung zu durchbrechen, ist dieses Referendum auch zu einem Test für die geopolitische Glaubwürdigkeit der EU geworden.
Wenn das Referendum abgelehnt wird, würde das zeigen, dass die Isländer nicht übermäßig besorgt über die sich verändernde geopolitische Landschaft sind, auch wenn die Absichten von US-Präsident Donald Trump für Grönland Anfang des Jahres eine diplomatische Krise innerhalb der NATO auslösten. Erwähnenswert ist, dass Island das einzige Mitglied des Militärbündnisses ist, das über kein stehendes Heer verfügt.
Obwohl das Referendum beratenden Charakter hat, hat die isländische Regierung erklärt, dass sie an den Ergebnissen festhalten wird.
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