Zusammenfassung:
USA Der Rüstungskonzern Lockheed Martin gab kürzlich weitere technische Details zu seinem autonomen Kampfsystem „Vectis“ bekannt. Dieses System ist als kollaborative Kampfplattform mit künstlicher Intelligenz im zukünftigen Luftkampf positioniert. Ziel ist es, Missionen mit bemannten Kampfflugzeugen in Umgebungen mit hoher Bedrohung durchzuführen und schrittweise zu einem wichtigen Bestandteil des Luftkampfsystems der nächsten Generation zu werden.
Nach dem Plan von Lockheed Martin handelt es sich bei Vectis nicht um ein Drohnenprojekt im herkömmlichen Sinne, sondern um eine hochautonome digitale Kampfarchitektur. Das System kann unabhängig Flugrouten planen, taktische Optionen bewerten und Kampfeinsätze basierend auf Missionszielen, Gefechtsfeldumgebung und Echtzeit-Bedrohungsinformationen durchführen und dabei die Koordination mit bemannten Flugzeugen und Führungssystemen aufrechterhalten.
Der Hauptvorteil von Vectis ist sein offenes Designkonzept, so das Unternehmen. Im Gegensatz zu früheren Lösungen, die auf bestimmten Flugzeugtypen und proprietären Systemen beruhten, ist Vectis als universelle Architektur konzipiert, die auf verschiedenen Plattformen integriert werden kann. Zukünftig kann es auf bestehende Drohnen angewendet werden und kann auch auf einer neuen Generation kollaborativer Kampfflugzeuge eingesetzt werden. Dieses modulare Design trägt dazu bei, spätere Upgrade-Kosten zu reduzieren und den Bereitstellungszyklus neuer Geräte zu verkürzen.
Bezüglich des Kampfmodus konzentriert sich Vectis auf die Entwicklung des „kooperativen Kampfflugzeug“-Konzepts der US Air Force. Auf dem Schlachtfeld der Zukunft wird ein bemannter Jäger in der Lage sein, mehrere autonome Drohnen gleichzeitig zu befehligen. Diese Drohnen können risikoreiche Aufgaben wie Aufklärung, elektronische Kriegsführung, Zielsuche, Täuschung und Angriff übernehmen und verringern so die Wahrscheinlichkeit, dass Piloten direkt gefährlichen Umgebungen ausgesetzt sind.
Lockheed Martin betonte, dass das System zwar über ein hohes Maß an Autonomie verfügt, sich der menschlichen Kontrolle jedoch nicht vollständig entziehen wird. In praktischen Anwendungen ist künstliche Intelligenz für die Ausführung einer Vielzahl von schnellen Entscheidungs- und Aufgabenverwaltungsaufgaben verantwortlich, während wichtige betriebliche Entscheidungen in den Händen menschlicher Bediener bleiben. Dieses „Human-in-the-Loop“-Design gilt als wichtiger Weg, um Effizienz und Sicherheit in Einklang zu bringen.

Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass Vectis eine große Anzahl digitaler Simulationen und virtueller Tests durchgeführt hat. Durch eine High-Fidelity-Simulationsumgebung wurde das System in komplexen Luftkampfszenarien, elektronischen Störumgebungen und plattformübergreifenden kollaborativen Kampfeinsätzen trainiert und verifiziert. Das Entwicklungsteam ist davon überzeugt, dass dieses digitale Entwicklungsmodell den Entwicklungszyklus traditioneller militärischer Luftfahrtprojekte erheblich verkürzen kann.
Mit der rasanten Entwicklung der Technologie der künstlichen Intelligenz werden autonome Kampfsysteme zu einem zentralen Anliegen für die großen Militärmächte der Welt. Das US-Militär hat das Programm „Cooperative Combat Aircraft“ in den letzten Jahren weiter gefördert, in der Hoffnung, die Kampffähigkeiten durch kostengünstige, großvolumige autonome Plattformen zu verbessern und die Überlebensfähigkeit bemannter Kampfflugzeuge in künftigen Konflikten hoher Intensität zu verbessern.
Für Lockheed Martin ist Vectis nicht nur ein neues Projekt der künstlichen Intelligenz, sondern stellt auch eine wichtige Transformationsrichtung für zukünftige Luftkampfmodelle dar. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass Wettbewerbsvorteile auf dem Schlachtfeld der Zukunft zunehmend von Softwarefähigkeiten, autonomen Entscheidungssystemen und dem Grad der Mensch-Maschine-Zusammenarbeit abhängen werden und nicht nur von den Leistungsparametern einer einzelnen Plattform.
Derzeit befindet sich Vectis noch in der kontinuierlichen Entwicklungs- und Verifizierungsphase, aber da die Nachfrage des US-Militärs nach autonomen Kampffähigkeiten weiter wächst, wird erwartet, dass das System in den nächsten Jahren an weiteren realen Maschinentests teilnimmt und schrittweise in das Luftkampfsystem der nächsten Generation integriert wird. Bis dahin könnten sich künstliche Intelligenz-gesteuerte autonome Flugplattformen von experimentellen Konzepten zu echten Schlachtfeldern entwickeln und ein wichtiger Teil der zukünftigen Luftwaffe werden.
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