Zusammenfassung:
Eine neue Umfrage, die gemeinsam von der New York Times und dem Siena College durchgeführt wurde, zeigt, dass amerikanische Wähler im Allgemeinen einen klaren Widerstand gegen den Bau von Rechenzentren zur Unterstützung der Technologie der künstlichen Intelligenz haben. Von den 1.503 wahrscheinlichen Wählern, die Anfang September befragt wurden, sprachen sich 61 % gegen den Bau solcher Rechenzentren vor Ort aus, und nur 14 % äußerten „starke Unterstützung“. Dieses Ergebnis zeigt, dass die gesellschaftliche Kontroverse um den Aufbau von KI-Infrastruktur zunimmt.

Die Umfrage zeigt, dass der Widerstand gegen den Bau von Rechenzentren nicht ganz den traditionellen Parteilinien entspricht. Von den Befragten, die Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 unterstützen, äußerten 49 % ihre Unterstützung für den Bau von KI-Rechenzentren und 45 % äußerten sich dagegen. Die Anteile beider Parteien liegen relativ nahe beieinander. Von den Befragten, die 2024 für Kamala Harris gestimmt haben, waren 74 % gegen den Bau von Rechenzentren; Unter denjenigen, die an der Wahl 2024 nicht teilnahmen, erreichte der Oppositionsanteil ebenfalls 67 %.
Unter den Befragten, die sich gegen den Bau von KI-Rechenzentren ausgesprochen haben, hoffen 56 %, den Bau von Rechenzentren durch restriktive Maßnahmen kontrollieren zu können, während 38 % ein vollständiges Bauverbot befürworten. Dies bedeutet, dass der Widerstand gegen Rechenzentren zwar groß ist, es jedoch keine völlig einheitliche Meinung darüber gibt, welche politischen Maßnahmen ergriffen werden sollten.
Umweltprobleme und Wasserbedarf sind die Hauptanliegen der Gegner. Von allen Befragten, die den Bau von KI-Rechenzentren ablehnten, nannten 32 % Umweltauswirkungen oder Wasserprobleme als Hauptgrund. Weitere 21 % sind besorgt über die Auswirkungen, die Rechenzentren auf die lokale Gemeinschaft haben werden, und 18 % äußern ihr Misstrauen oder ihre Abneigung gegenüber der künstlichen Intelligenz selbst. Darüber hinaus machten sich 10 % der Befragten hauptsächlich Sorgen über regulatorische Fragen und 9 % machten sich Sorgen über die wirtschaftlichen Auswirkungen.
Der Grund, warum Rechenzentren in den Mittelpunkt der Kontroversen geraten, hängt eng mit dem enormen Rechenbedarf zusammen, der durch die rasante Ausbreitung der generativen KI entsteht. Große KI-Modelle erfordern zum Betrieb eine große Anzahl von Servern und Beschleunigungschips, und diese Geräte verbrauchen nicht nur viel Strom, sondern erfordern auch unterstützende Kühlsysteme in Rechenzentren. Während US-amerikanische Technologieunternehmen weiterhin neue KI-Infrastruktur aufbauen, machen sich einige Gemeinden Sorgen über Probleme wie Stromversorgung, Wasserverbrauch, Landnutzung und lokale Lebenshaltungskosten.
Andere frühere Umfragen haben ebenfalls gezeigt, dass die amerikanische Öffentlichkeit hinsichtlich KI-Rechenzentren nicht optimistisch ist. Eine Umfrage von NBC News im März dieses Jahres ergab, dass künstliche Intelligenz in Bezug auf die Aufmerksamkeit der Befragten sogar noch hinter anderen Themen wie Einwanderung und Zollkontrolle zurückblieb. Im Mai dieses Jahres ergab eine Gallup-Umfrage, dass etwa 70 % der Amerikaner den Bau von KI-Rechenzentren in ihren Gemeinden ablehnten.
Die neuesten Umfragen der New York Times und des Siena College zeigen jedoch auch, dass die Wähler zwar eine relativ negative Einstellung gegenüber KI und Rechenzentren haben, dies jedoch nicht bedeutet, dass sie zu zentralen Themen geworden sind, die die Wahlentscheidungen der Wähler beeinflussen. In der Umfrage machten künstliche Intelligenz und Rechenzentren bei den meisten Bevölkerungsgruppen weniger als 1 % der „wichtigsten Wahlthemen“ aus.
Junge Wähler sind eine bemerkenswerte Ausnahme. Unter den Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren nannten 3 % KI und Rechenzentren als wichtige Themen bei der Entscheidung über ihre Zwischenwahlen. Dennoch bleiben KI und Rechenzentren selbst in dieser Altersgruppe deutlich weniger wichtig als traditionellere politische Themen wie Wirtschaft, Außenpolitik, Inflation und Einstellungen gegenüber Trump oder der Republikanischen Partei.
In der Umfrage wurden die Wähler auch gefragt, welcher politischen Partei sie bei der Bewältigung von Fragen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz mehr vertrauen. Von den 554 Befragten, die diese Frage beantworteten, entschieden sich 40 % für die Demokratische Partei, 42 % für die Republikanische Partei und 18 % gaben an, sie wüssten es nicht oder weigerten sich zu antworten. Gleichzeitig trauen Anhänger verschiedener Parteien im Allgemeinen immer noch eher ihrer eigenen Partei zu, sich mit KI-Themen auseinanderzusetzen.
Dieses Ergebnis bedeutet, dass KI und Rechenzentren derzeit eine relativ besondere politische Landschaft darstellen: Der öffentliche Widerstand gegen den damit verbundenen Infrastrukturbau ist bereits ziemlich offensichtlich, aber dieses Thema hat bei der Wahlentscheidung der meisten Wähler noch keine wichtige Rolle gespielt. Gleichzeitig gibt es in der amerikanischen Öffentlichkeit immer noch unterschiedliche Meinungen darüber, wie mit den Energie-, Umwelt-, Gemeinschafts- und Regulierungsproblemen umgegangen werden soll, die durch die rasante Entwicklung der KI entstehen.
Da US-Technologieunternehmen weiterhin Hunderte Milliarden Dollar in den Bau von KI-Rechenzentren investieren, könnten sich die damit verbundenen Streitigkeiten weiter ausweiten. Insbesondere wenn Rechenzentren direkt in lokale Gemeinden gelangen und Wasser- und Stromversorgung beinhalten, wird der Widerspruch zwischen der Entwicklungsgeschwindigkeit der KI-Industrie und der Akzeptanz der Anwohner immer offensichtlicher. Diese Umfrage spiegelt die immer deutlicher werdenden Unterschiede in der amerikanischen Gesellschaft über den raschen Ausbau der KI-Infrastruktur wider.
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