Zusammenfassung:
Um die langfristige Abhängigkeit vom Closed-Source-Ökosystem amerikanischer Technologiegiganten zu beseitigen und die unabhängige Kontrolle der Kerndaten der Regierung zu stärken, hat die Schweizer Bundesregierung offiziell einen speziellen Übergangsplan zur IT-Modernisierung im Gesamtumfang von 10 Millionen Schweizer Franken genehmigt. Es wurde beschlossen, das E-Mail-System Outlook und die Plattform für die sofortige Zusammenarbeit von Microsoft in den nächsten Jahren vollständig außer Betrieb zu nehmen und vollständig auf unabhängige und kontrollierbare Open-Source-Lösungen für die Zusammenarbeit im Büro umzusteigen. Diese Entscheidung stellt für die europäischen öffentlichen Verwaltungsbehörden einen wesentlichen Fortschritt bei der Bewältigung grenzüberschreitender Datenregulierungsrisiken und der Förderung des Aufbaus einer „digitalen Souveränität“ dar.

Viele Regierungsbehörden auf der ganzen Welt, darunter Schweizer Bundesministerien und Kommissionen, sind seit langem tief in die Office-Suite Microsoft 365 von Microsoft eingebettet. Mit der vollständigen Einführung der Cloud-Computing-Architektur werden jedoch sensible Regierungskommunikation und Dateiübertragungen zunehmend auf transnationalen Cloud-Servern gehostet, was zu langwierigen Rechtsstreitigkeiten über Datenkonformität und Datenschutz in Europa geführt hat. Insbesondere unter der Zuständigkeit ausländischer Gesetze wie dem U.S. CLOUD Act haben US-amerikanische Strafverfolgungsbehörden theoretisch das Recht, lokale Technologieunternehmen zur Herausgabe von Kundendaten zu verpflichten, die in globalen Rechenzentren gespeichert sind. Dies steht in direktem Widerspruch zu den strengen Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten und zur Geheimhaltungstradition der Regierung in der Schweiz und der Europäischen Union. In Verbindung mit den rasant steigenden Lizenzkosten und dem Risiko eines Single Point of Failure in der Systemsicherheit, das durch die langfristige Bindung an einen einzelnen Softwarelieferanten entsteht, haben sich die Spitzenpolitiker der Schweizer Regierung schließlich dazu entschlossen, eine vollständige Neugestaltung der zugrunde liegenden Office-Softwarearchitektur voranzutreiben.
Gemäß der vom Schweizer Bundesparlament und den IT-Regulierungsbehörden genehmigten Implementierungs-Roadmap wird sich dieses Übergangsbudget von mehr als 11 Millionen US-Dollar auf die maßgeschneiderte Entwicklung von Open-Source-Büroersatzsuiten, die lokale Sicherheitsbereitstellung und die Migration des gesamten Personalsystems konzentrieren. Die Schweizer Regierung plant die Einführung ausgereifter, gehärteter Open-Source-Kommunikationsplattformen auf Unternehmensebene (wie Nextcloud, Matrix oder ähnliche lokal bereitgestellte Kollaborationssysteme), um die Videokonferenz-, Gruppen-Instant-Messaging- und Online-Kollaborationsfunktionen von Microsoft Teams vollständig zu ersetzen; Und was die E-Mail- und Kalenderplanung betrifft, wird Outlook schrittweise durch Open-Source-E-Mail-Lösungen ersetzt, die dezentral, Ende-zu-Ende-verschlüsselt und auf geschützten Servern in der Schweiz bereitgestellt werden. Das gesamte System muss sicherstellen, dass alle offiziellen Kommunikations- und Fahrplandaten physisch in der Schweiz aufbewahrt werden und jede Form der unbefugten grenzüberschreitenden Spiegelung oder kommerziellen Cloud-Erfassung durch Dritte strengstens untersagt ist.
Neben der Bereitstellung und Datenmigration der Software selbst wird dieser Sonderfonds auch stark in adaptive technische Schulungen für Beamte, die verlustfreie Konvertierung alter Dokumentformate in offene Standardformate und die Entwicklung kompatibler API-Schnittstellen zwischen der neuen Open-Source-Architektur und dem bestehenden E-Government-Backbone-Netzwerk der Regierung investieren. Gemäß dem festgelegten Plan wird das gesamte Ersatzprojekt in einem vorsichtigen Tempo schrittweise und abteilungsweise vorangetrieben. Vorrangig werden Probeläufe in sensiblen Kernressorts mit extrem hohen Sicherheitsanforderungen an die Datensouveränität durchgeführt, etwa Landesverteidigung, Außenpolitik, Justiz und Finanzen, und dann sukzessive auf den gesamten föderalen öffentlichen Dienst ausgeweitet. Es wird erwartet, dass die vollständige Entkopplung von Microsofts proprietären Kollaborationstools in den nächsten Jahren abgeschlossen sein wird.
Europäische Analysten für öffentliche Politik und digitale Technologie wiesen darauf hin, dass die enormen Investitionen der Schweizer Bundesregierung zur Förderung der „De-Microsoftisierung“ keine isolierte Laune eines bestimmten Landes sind, sondern die jüngste Welle von Regierungsbehörden im gesamten deutschen Bundesland Schleswig-Holstein widerspiegeln, die sich Linux und LibreOffice zuwenden, sowie den Vorstoß des französischen öffentlichen Sektors nach lokalen Open-Source-Tools. Da die geopolitische Unsicherheit zunimmt und die Hürden bei der digitalen Regulierung zunehmen, haben viele europäische Regierungen Bedenken, sich zu sehr auf einige nicht-lokale Technologiemonopole zu verlassen, und haben ein Allzeithoch erreicht. Die echte Geldwette der Schweiz auf das Open-Source-Büro-Ökosystem wird nicht nur ein praktisches Beispiel mit technischer Machbarkeit und Budgetbezug für andere europäische Jurisdiktionen sein, die daran interessiert sind, die Abhängigkeit von Anbietern zu beseitigen, sondern läutet auch einen neuen Zyklus ein, in dem sich die globale IT-Beschaffungslogik des öffentlichen Sektors von der „Annehmlichkeitstheorie“ zur „Priorität von Sicherheitskonformität und Souveränitätsunabhängigkeit“ beschleunigt.
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