Es wird erwartet, dass die neue elektrochemische Technologie das Problem der Fingerabdruckextraktion aus Patronenhülsen löst, und auch nach einer hohen Temperatur von 700 °C sind noch Spuren zu sehen

📅 2026-08-27

Zusammenfassung:

Ein Forschungsteam an der Maynooth University in Irland hat kürzlich eine elektrochemische Technologie zur Anzeige von Fingerabdrücken entwickelt, mit der latente Fingerabdrücke von der Oberfläche von Patronenhülsen aus Messing extrahiert werden sollen, die in der Vergangenheit als „nahezu unmöglich wiederherzustellen“ galten. Experimente zeigen, dass Forscher mit dieser Methode auch dann noch identifizierbare Fingerabdruckmuster wiederherstellen können, wenn die Metalloberfläche hohen Temperaturen von bis zu 700 °C standgehalten hat.

Die Forschung wurde von Dr. Eithne Dempsey vom Department of Chemistry der Maynooth University und ihrem kürzlich promovierten Doktoranden Dr. Colm McKeever abgeschlossen. Fingerabdrücke bestehen aus Reibungsrillen auf der Oberfläche der Fingerhaut, die winzige Merkmale wie Linienende und Gabelung enthalten und zur individuellen Identifizierung verwendet werden können.

Die Gewinnung von Fingerabdrücken aus abgefeuerten Patronenhülsen ist seit langem eine Herausforderung in der Forensik. Die hohen Temperaturen, die Reibung und die Gase, die beim Abfeuern einer Schusswaffe entstehen, zerstören oder entfernen oft biologische Rückstände, die zurückbleiben, wenn die Finger mit der Patronenhülse in Berührung kommen. und Messing selbst ist keine leichte Oberfläche für Fingerabdrücke. Daher versuchte das Forschungsteam, elektrochemische Prozesse zu nutzen, um die verbleibenden Fingerabdruckmuster wieder zum Vorschein zu bringen, ohne stark korrosive Reagenzien und eine umständliche Probenvorbehandlung zu verwenden.

Dempsey sagte, dass die Entnahme von Fingerabdrücken aus abgefeuerten Patronenhülsen seit langem als der „heilige Gral“ der strafrechtlichen Ermittlungen angesehen werde. Konventionelle Ansichten besagten, dass die hohen Temperaturen, die durch das Brennen erzeugt werden, alle biologischen Rückstände zerstören würden, aber diese neue Technologie kann Fingerabdrücke sichtbar machen, die sonst mit bloßem Auge unsichtbar wären.

Bei dieser Methode wird die Patronenhülse selbst als Arbeitselektrode verwendet, die Metalloberfläche, auf der die elektrochemische Reaktion stattfindet. Die Forscher platzierten die Patronenhülsen in einer elektrochemischen Zelle, die bestimmte Chemikalien enthielt, und legten eine niedrige Spannung an, wodurch sich das Material in den Lücken zwischen den Fingerabdruckrippen ablagerte. Der resultierende Kontrast macht ansonsten verborgene Fingerabdruckkonturen sichtbar.

In dem Experiment verwendete das Team Polymermaterialien mit Leitfähigkeit und Redoxaktivität und testete eine Vielzahl von Monomeren, die zu Polymermaterialien polymerisiert werden können, darunter 3,4-Ethylendioxythiophen (EDOT), Phenazin und Phenothiazinverbindungen. Die Ergebnisse zeigen, dass nach der Kombination von EDOT mit Thionin der deutlichste Displayeffekt auf Messingblechen erzielt wurde.

In einem Optimierungsprozess behandelten die Forscher es 120 Sekunden lang mit einem konstanten Potential von 0,1 Volt. Das abgelagerte Material zeigte nicht nur deutlich das Fingerabdruckmuster, sondern zeigte auch Details der dritten Ebene, wie zum Beispiel Schweißporen innerhalb der Grate. Solche subtilen Merkmale können eine bessere Grundlage für den Fingerabdruckvergleich bieten.

Tests haben auch gezeigt, dass die Technologie auch bei Proben, die extremen Bedingungen ausgesetzt sind, wirksam ist. Unabhängig davon, ob es sich um künstliche oder durch natürlichen Kontakt entstandene Fingerabdrücke handelt, ist die Messingoberfläche auch nach einer hohen Temperatur von 700 °C noch sichtbar; Erfolgreiche Ergebnisse wurden auch für Proben erzielt, die bis zu 16 Monate bei Raumtemperatur gelagert wurden.

McKeever erklärte, dass die Ablationsrückstände, die während des Hochtemperatur- und Schussprozesses auf der Oberfläche des Geschossgehäuses zurückbleiben, als „Vorlage“ verwendet werden können und Forscher diese verwenden können, um bestimmte Materialien in den Lücken zwischen den Fingerabdrucklinien abzulagern und schließlich das Muster zu realisieren.

Für die eigentliche Patronenhülse entwarf das Forschungsteam außerdem eine spezielle elektrochemische Zelle, sodass die Patronenhülse direkt als Arbeitselektrode dienen kann. Die Forscher nutzten außerdem eine Scanmethode mit kontrolliert wechselndem Potenzial, um qualitativ hochwertigere Fingerabdruckbilder zu erhalten, in denen auch Merkmale der dritten Ebene beobachtet werden können.

Derzeit kann eine forensische Untersuchung einer Patronenhülse diese häufig mit der Waffe in Verbindung bringen, mit der sie abgefeuert wurde. Es ist jedoch schwierig, die Person, die die Munition gehandhabt oder geladen hat, weiter zu identifizieren. Wenn die anschließende Überprüfung dieser Methode reibungslos verläuft, glauben die Forscher, könnte dies den Ermittlern in Zukunft dabei helfen, die Patronenhülsen mit der Person in Verbindung zu bringen, die die Munition tatsächlich geladen hat, und so gezieltere Beweise zu liefern.

Bei diesem Verfahren wird ein Potentiostat verwendet, um das Elektrodenpotential zu steuern und den Strom zu messen. Aufgrund des Potenzials zur Miniaturisierung und Portabilität solcher Geräte glauben Forscher, dass verwandte Technologien in Zukunft voraussichtlich zu kompakten forensischen Detektionssystemen vor Ort weiterentwickelt werden.

Diese Technologie befindet sich jedoch noch im Forschungsstadium und bedarf weiterer Tests und Verifizierungen, bevor sie in der routinemäßigen Forensik eingesetzt werden kann. Das Team sagte, dass die relevanten Grundsätze in Zukunft möglicherweise auf die Fingerabdruckextraktion von Messern, Münzen und anderen Metallspuren im Zusammenhang mit Schusswaffen ausgeweitet werden.

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