Studie zeigt, dass Rotschulteramseln möglicherweise in der Lage sind, tödliche Gefahren durch Giftschlangen zu erkennen

📅 2026-08-27

Zusammenfassung:

Forscher der Oregon State University in den Vereinigten Staaten haben herausgefunden, dass Rotschulteramseln bei der Verteidigung ihrer Nester völlig unterschiedliche Strategien gegen Schlangen mit ähnlichem Aussehen und unterschiedlichem Bedrohungsgrad anwenden können: Sie greifen aktiv ungiftige Gopher-Schlangen an, greifen giftige Klapperschlangen jedoch selten direkt an. Dieser Befund legt nahe, dass Vögel möglicherweise in der Lage sind, gefährliche Raubtiere zu erkennen und ihr Abwehrverhalten anzupassen, selbst wenn ihnen die Erfahrung mit Giftschlangen fehlt.


Die in Behavioral Ecology veröffentlichte Studie wurde von Shelby Lawson vom Integrative Biology Laboratory am College of Science der Oregon State University und anderen geleitet. Das Forschungsteam stellte realistische statische Tiermodelle in der Nähe von Amselnestern im Westen Oregons auf, um zu beobachten, wie die Elternvögel auf verschiedene potenzielle Bedrohungen reagierten. Zu den Testpersonen gehörten Buschhäher, Erdhörnchen, ungiftige Gopher-Schlangen, parasitisch brütende Cowbirds, Kontroll-Singbandammern und Klapperschlangen.

Rotschulterstärlinge sind für ihr hartes Nestschutzverhalten bekannt und ergreifen in der Regel die Initiative, um Bedrohungen zu vertreiben, die sich ihren Nestern nähern. In Tests, die an Dutzenden von Nestern durchgeführt wurden, enthielt etwa die Hälfte Eier und die andere Hälfte Küken. Die Ergebnisse zeigten, dass die Vögel beim Anblick des Klapperschlangenmodells nur einen direkten Pick oder Aufprall hatten; Im Gegensatz dazu erlitt das Gopher-Schlangenmodell mehr als 80 direkte Angriffe.

Es ist erwähnenswert, dass Klapperschlangen zwar in Oregon beheimatet sind, im 19. Jahrhundert jedoch westlich der Cascade Mountains weitgehend ausgerottet wurden. Daher ist es wahrscheinlich, dass Rotschulteramseln, die heute in der Gegend leben, selten, wenn überhaupt, tatsächlich einer Klapperschlange begegnen. Forscher sind sich immer noch nicht sicher, ob Amseln die Gefahr giftiger Schlangen richtig erkennen oder ob Klapperschlangen aufgrund ihres Aussehens und ihres Schwanzklicks instinktiv vorsichtig sind.

Die Forschung liefert auch neue Beobachtungsfälle für die „Elterninvestitionstheorie“. Die Theorie versucht zu erklären, wann Tiere mehr Energie investieren und höhere Risiken eingehen, um ihre Nachkommen zu schützen, und wann Tiere der Sicherung ihres eigenen Überlebens Priorität einräumen. Lawson sagte, dass sich das Abwehrverhalten einer Rotschulterstärling mit den unterschiedlichen Risiken, die Raubtiere für das Nest und den Elternvogel selbst darstellen, ändert.

Wenn sich zum Beispiel ein Eichelhäher oder ein Eichhörnchen, das Vogeleier stiehlt, dem Nest nähert, könnte sich die Amsel direkt darauf stürzen und es angreifen; Wenn sie jedoch einem Adler gegenüberstehen, der eine ausgewachsene Amsel jagen kann, halten sie oft Abstand und schlagen Alarm, indem sie singen. Normalerweise sind Sperlingsvögel vorsichtiger, wenn sie Raubtieren gegenüberstehen, die ihr eigenes Leben gefährden können, aber sie greifen eher direkt Tiere wie Krähen und Eichhörnchen an, die hauptsächlich Eier oder Küken gefährden.

In diesem Experiment repräsentierten sowohl das Gopher-Schlangen- als auch das Klapperschlangen-Modell mittelgroße erwachsene Schlangen. Es ist unwahrscheinlich, dass sie gesunde ausgewachsene Amseln aktiv jagen, aber sie können die Vögel verletzen, wenn sie ihre Nester aus nächster Nähe schützen. Klapperschlangen tragen Gift in sich, was sie offensichtlich zu gefährlicheren Zielen macht.

Das Gift führt jedoch nicht dazu, dass Amseln Klapperschlangen völlig aus dem Weg gehen. Studien haben gezeigt, dass sie heftig auf beide Schlangen reagieren, indem sie herabstürzen und sich ihnen nähern, und ihre allgemeine Wachsamkeit ist ungefähr gleich; Der eigentliche Hauptunterschied besteht darin, dass Amseln selten in physischen Kontakt mit Klapperschlangen kommen.

Keines der Schlangenmodelle wurde während der Inkubationsphase direkt angegriffen. Während der Brutphase greifen die zum Nest gehörenden Amseln die Gopher-Schlangen jedoch oft direkt an, und andere Amseln in der Nähe beteiligen sich oft an der Aktion; Sie zeigen immer noch erhebliche Zurückhaltung gegenüber Klapperschlangen.

Die Forscher glauben, dass dies die erste Studie ist, die gleichzeitig die Unterschiede in den Reaktionen von Vögeln auf ungiftige und giftige Schlangen während der Brutzeit im Rahmen der Elterninvestitionstheorie untersucht. Schlangen stellen eine wichtige Bedrohungsquelle für Vogelnester dar, doch wie Vögel Schlangen erkennen und auf dieser Grundlage Verteidigungsentscheidungen treffen, ist noch nicht vollständig geklärt. Diese Studie ist ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Risikobeurteilungsmechanismen von Vögeln.

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