Die Pläne der NASA, zum ersten Mal seit mehr als fünfzig Jahren wieder Menschen zum Mond zu schicken, wurden kürzlich erheblich verzögert, um die Sicherheit der Astronauten zu gewährleisten. Leider zeigt eine aktuelle Studie, dass die Mission je nach Landeort einer neuen Gefahr ausgesetzt sein könnte – Mondbeben.

Eine von der NASA finanzierte Studie warnt vor möglichen Erdbeben und Erdrutschen in einer Landezone, die die Agentur für eine bemannte Mondmission in Betracht zieht. Es ist unklar, wie sich die Nachricht auf die Pläne der NASA auswirken wird.

Das am Donnerstag im Journal of Planetary Science veröffentlichte Papier zeigt, dass es an vielen Orten auf der Mondoberfläche zu Erdbeben kam, darunter auch in einem Gebiet in der Nähe des Südpols, einem der Kandidatenstandorte für die NASA-Mission Artemis 3. Diese Erdbeben können flach sein, nahe der Oberfläche auftreten und je nach Entfernung vom Epizentrum leichte bis starke Erschütterungen verursachen.

Darüber hinaus können selbst leichte Erschütterungen Erdrutsche an Hängen verursachen, darunter auch in einigen Gebieten, die für die NASA von Interesse sind. Die Agentur glaubt, dass in diesen Gebieten wertvolle Ressourcen wie Eis verborgen sein könnten.

Hinweise auf seismische Aktivität stammen von Seismometern, die vor Jahrzehnten von Apollo-Astronauten eingesetzt wurden, und von Bergrücken, die Überschiebungsfehler aufweisen, die von Mondorbitoren entdeckt wurden. Ein möglicher Grund ist, dass der Mond aufgrund seines immer noch heißen Inneren schrumpft. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Gezeitenkräfte, die durch die Schwerkraft der Erde entstehen. Die NASA plant, mit dem Far Side Seismic Kit weitere Seismometer zum Mond zu schicken, das Teil der Draper Lunar Lander-Mission ist, die 2025 die andere Seite der Mondoberfläche erreichen soll.

Gleichzeitig wird die Nationale Luft- und Raumfahrtbehörde (NASA) die Mission „Artemis“ in drei Phasen durchführen und damit schließlich die erste bemannte Mondlandemission seit dem Ende der Apollo-Mondlandemission in den 1970er Jahren abschließen. Die erste Phase, einen unbemannten Vorbeiflug, schloss die Agentur im Jahr 2022 ab. Artemis 2 sollte noch in diesem Jahr eine Besatzung in die Mondumlaufbahn bringen, doch die NASA verschob dies auf Ende 2025. Nach dem neuen Plan soll Artemis 3 erst im September 2026 landen.

Kürzlich haben mehrere Länder herausgefunden, dass die Landung auf dem Mond eine überraschende Herausforderung darstellt. Diese Woche gelang Japan als fünftem Land eine erfolgreiche Landung auf der Mondoberfläche – mit seiner Raumsonde SLIM. Die Mission war jedoch nur teilweise erfolgreich, da sie verdeckt landete und ihre für die Stromerzeugung wichtigen Solarpaneele nicht ausfahren konnte. JAXA hofft jedoch, dass SLIM weiterbetrieben wird, sobald das Sonnenlicht die Landezone erreicht.