Dieses fantastische Bild des Hubble-Weltraumteleskops der Woche zeigt eine Galaxie namens NGC 3156. Es handelt sich um eine linsenförmige Galaxie, das heißt, sie liegt irgendwo zwischen einer elliptischen Galaxie und einer Spiralgalaxie. Er ist etwa 73 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und befindet sich im kleinen äquatorialen Sternbild Sextanten.
Galaxie NGC 3156, fotografiert vom Hubble-Weltraumteleskop. Bildquelle: ESA/Hubble und NASA, R.Sharples, S.Kaviraj, W.Keel
Der Sextant ist ein Nebensternbild, das zur Sternbildfamilie Herkules gehört. Es handelt sich selbst um eine Konstellation mit astronomischem Thema, benannt nach dem Instrument namens Sextant. Der Sextant gilt allgemein als ein im 18. Jahrhundert erfundenes Navigationsinstrument. Die Geschichte des Sextanten als astronomisches Werkzeug geht jedoch noch viel weiter: Islamische Gelehrte erfanden den astronomischen Sextanten vor Hunderten von Jahren, um Winkel am Himmel zu messen.
UlughBeg-Observatorium in Samarkand, Usbekistan. Erbaut vom timuridischen Astronomen Ulugh Beg. Bildquelle: ESA
Ein besonders markantes Beispiel ist der riesige Sextant mit einem Radius von 36 Metern, den der Timuride Ulugh Beg im 15. Jahrhundert in Samarkand (dem heutigen Usbekistan) entwickelte. Diese frühen Sextanten könnten eine Weiterentwicklung des Quadranten gewesen sein, eines von Ptolemäus vorgeschlagenen Messgeräts. Ein Sextant hat, wie der Name schon sagt, die Form eines Sechstels eines Kreises und ähnelt damit in etwa der Form eines Sternbildes.
Sextanten werden in der modernen Astronomie nicht mehr verwendet, sondern durch Instrumente ersetzt, die eine genauere und präzisere Messung der Positionen von Sternen und Himmelskörpern ermöglichen. Zusätzlich zur Bestimmung seines genauen Standorts wurde NGC 3156 auf vielfältige Weise untersucht – von der Population kugelförmiger Sternhaufen über seine relativ junge Sternentstehung bis hin zum supermassiven Schwarzen Loch in seinem Zentrum, das Sterne zerstört.
Der Sextant ist ein Navigationsinstrument, das hauptsächlich zur Messung des Winkels zwischen Himmelskörpern und dem Horizont verwendet wird, um die Navigation auf See und in der Luft zu erleichtern. Dieses Präzisionswerkzeug hat die Form eines Sechstelkreises und nutzt ein kleines Teleskop und einen Reflektor. Durch die Beobachtung der Höhe eines Sterns, der Sonne oder des Mondes können Navigatoren und Piloten deren Breitengrad und manchmal auch Längengrad relativ zur Erdoberfläche bestimmen. In der Vergangenheit waren Sextanten für Entdecker und Seefahrer nützlich, da sie ihnen ermöglichten, Kurse über weite Ozean- und Luftflächen genau zu bestimmen.