Das Tor-Projekt hat kürzlich seine Browseranwendung aktualisiert, um Unterstützung für WebTunnel-Bridging hinzuzufügen und sie so resistenter gegen Zensur zu machen. WebTunnel ähnelt den obfs4-Optionen, aus denen Benutzer wählen können, aber anstatt nur zu versuchen, anders und nicht unterscheidbar zu sein wie obfs4, versucht WebTunnel tatsächlich, den bekannten typischen Netzwerkverkehr nachzuahmen.
Das Tor-Projekt erläuterte die Funktionsweise und sagte, dass WebTunnel die Nutzdatenverbindung in eine WebSocket-ähnliche HTTPS-Verbindung umschließt. Für jemanden, der Ihre Verbindung überwacht, scheint es sich nur um eine normale Verbindung zu einem Webserver zu handeln, während Sie sich tatsächlich woanders im Netzwerk befinden.
Im Gegensatz zur obs4-Brücke, die über die integrierte Option des Tor-Browsers verbunden werden kann, müssen Sie zum Herstellen einer Verbindung mit einer WebTunnel-Brücke eine eindeutige Brückenadresse von der BridgeDB-Website von Tor erhalten, dann im Fenster „Verbindungseinstellungen“ des Tor-Browsers „Brücke manuell hinzufügen“ auswählen und die erhaltene Brückenadresse kopieren, bevor Sie auf „Verbinden“ klicken.
Wenn Sie sich in einem zensierten Land befinden, werden Sie wahrscheinlich keinen Zugriff auf die Bridge-Seite des Tor-Projekts haben, da diese wahrscheinlich blockiert ist. Zukünftig wird das Projekt auch überbrückende Kommunikationsmethoden wie Telegram und Moat hinzufügen.
Wenn Sie Zugriff auf TorProjectBridgeDB haben, ist es möglicherweise ratsam, sich einige WebTunnel-Bridges zu besorgen und sie für die spätere Verwendung aufzubewahren. Sie können sie zur späteren Verwendung kopieren und an einer beliebigen Stelle einfügen.
Nach Angaben des Tor-Projekts gibt es derzeit weltweit 60 WebTunnel-Brücken mit mehr als 700 täglich aktiven Nutzern. Das Projekt bestätigte, dass WebTunnel in China und Russland funktioniert, jedoch nicht in einigen Gebieten des Iran.
Weitere Informationen zum Einrichten von WebTunnel-Bridging im Tor-Browser finden Sie in der Schritt-für-Schritt-Anleitung in der unten verlinkten Ankündigung:
https://blog.torproject.org/introducing-webtunnel-evading-censorship-by-hiding-in-plain-sight/