Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass kanadische Erwachsene mit einer Cannabiskonsumstörung im Vergleich zu Menschen ohne diese Störung ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko für ein erstes schweres Herz-Kreislauf-Ereignis haben. Die Studie, die auf Daten von fast 60.000 Teilnehmern basiert, zeigt, dass Cannabiskonsumenten, die sich für gesund halten, besonders gefährdet sind.
Kanadische Erwachsene mit einer Cannabiskonsumstörung scheinen ein etwa 60 Prozent höheres Risiko für einen ersten Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein anderes schweres kardiovaskuläres Ereignis zu haben als Erwachsene ohne Cannabiskonsumstörung, so eine neue Studie.
Die am 27. September in der Fachzeitschrift Addiction veröffentlichte Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen problematischem Marihuanakonsum und dem ersten Auftreten unerwünschter kardiovaskulärer Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen und peripherer Gefäßerkrankung.
Die Forscher nutzten fünf kanadische Gesundheitsdatenbanken, um eine Kohorte von fast 60.000 Teilnehmern zu erstellen, von denen bei der Hälfte eine Cannabiskonsumstörung diagnostiziert wurde und bei der anderen Hälfte keine Cannabiskonsumstörung diagnostiziert wurde und die hinsichtlich Geschlecht, Geburtsjahr und Zeitpunkt der Vorstellung dem Gesundheitssystem zugeordnet wurden. Personen mit früheren unerwünschten kardiovaskulären Erkrankungen wurden ausgeschlossen. Die Teilnehmer wurden von Januar 2012 bis Dezember 2019 beobachtet. Von den Menschen mit einer Cannabiskonsumstörung erlitten 2,4 % (721 Personen) eine erste Herz-Kreislauf-Erkrankung, verglichen mit 1,5 % (458 Personen) derjenigen, die kein Cannabis ausgesetzt waren.
Unter den Menschen mit einer Cannabiskonsumstörung hatten diejenigen ohne Komorbiditäten, ohne verschreibungspflichtige Medikamente und mit weniger als fünf Arztbesuchen in den letzten sechs Monaten ein höheres Risiko für eine erstmalige Herz-Kreislauf-Erkrankung, das etwa 1,4-mal höher war als bei anderen Menschen mit einer Cannabiskonsumstörung. Dies kann daran liegen, dass diese Menschen denken, dass sie gesund sind und möglicherweise keine Maßnahmen ergreifen oder gar die Warnsignale bemerken, die darauf hinweisen, dass ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder ein anderes schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis bevorsteht.
Der Hauptautor der Studie, Dr. Anees Bahji, betonte die Bedeutung dieser Ergebnisse für die öffentliche Gesundheit und die klinische Praxis. „Unsere Studie liefert nicht genügend Informationen, um sagen zu können, dass eine Cannabiskonsumstörung unerwünschte Ereignisse bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht, aber wir können sagen, dass Kanadier mit einer Cannabiskonsumstörung offenbar einem viel höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgesetzt sind als diejenigen ohne diese Störung.“
Diese Studie trägt zur laufenden Diskussion über die gesundheitlichen Auswirkungen der Cannabiskonsumstörung und ihre möglichen Zusammenhänge mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit bei.