Vor dem Hintergrund der Kontroverse um die Lesbarkeit gewann Apples neues Interface-Design „Liquid Glass“, das in iOS 26 eingeführt wurde, kürzlich den wichtigen Gold Cube Award bei den Art Directors Club of New York (ADC) Awards 2026 und wurde damit zum größten Highlight unter den sechs preisgekrönten Werken von Apple in diesem Jahr. Trotz heftiger Kritik an der Lesbarkeit des Designs auf Macs, iPhones und iPads lobten Branchenrezensenten es dennoch hoch.

Seit der Einführung von „Liquid Glass“ wurden die Diskussionen rund um die Transparenz, die Schichtung und den Textkontrast der Benutzeroberfläche fortgesetzt. Einige Benutzer glauben, dass die visuellen Effekte auffällig sind, jedoch auf Kosten des Komforts beim Langzeitlesen. Es wird berichtet, dass Apple auf der WWDC 2026 voraussichtlich eine neue und verbesserte Version zeigen wird, die das aktuelle Design „abstimmt“, anstatt es komplett umzukrempeln. Doch kurz bevor die Überarbeitung eintrifft, hat diese erste Version Apple bereits eine weitere Golden Cube-Trophäe beschert.

Die ADC-Jury, die aus 13 Juroren besteht, hat noch keine detaillierten Kommentare veröffentlicht und wird voraussichtlich erst bei der offiziellen Preisverleihung am 15. Mai weitere Informationen liefern. Die von Apples internem Designteam an das Organisationskomitee übermittelte Stellungnahme enthüllte jedoch die Kernziele dieser Designsprache. Apple sagte in seiner Erklärung, dass iOS 26 als „ganzheitliche Neuinterpretation davon, wie Software aussieht, sich anfühlt und funktioniert“ entwickelt wurde. Durch Einfachheit, Klarheit und Effizienz wurde eine einheitliche Designsprache etabliert, die von den kleinsten Elementen bis zur gesamten Systemstruktur erweitert werden kann.

Apple betont, dass in diesem System ausgefeilte Typografie, ausdrucksstarkes Symboldesign, durchdachte Materialien und konsistente Farben ein kohärentes Erlebnis über alle Schnittstellen des Systems hinweg schaffen. Gleichzeitig führt der durch Gerätesensoren gesteuerte Parallaxeneffekt eine neue physische Dimension in die Schnittstelle ein, wodurch die virtuelle Schnittstelle optisch näher an die reale Welt herangeführt wird, um ein „humanisierteres“ interaktives Erlebnis zu ermöglichen.

Der Golden Cube ist nach dem Black Cube die zweithöchste Auszeichnung im ADC-System. Bei dieser Auswahl gewann Apple insgesamt sechs Golden Cube-Trophäen, darunter dieses Mal den Interaction/User Experience/User Interface Award für „Liquid Glass“. Die anderen fünf Gewinnerprojekte waren: Das Rebranding-Projekt von Apple TV gewann in den Kategorien Fotografie und Bewegungslogo, die Kampagne „Someday“ gewann in der Kategorie Regie und das Projekt „I'm Not Remarkable“ gewann in den Kategorien Musik und Tonnutzung sowie Online-Video.

In seinem Beitrag zu „I'm Not Remarkable“ sagte Apple, das Programm sei darauf ausgelegt, zu zeigen, dass sich Schüler mit Behinderungen nicht von anderen Schülern unterscheiden, und Apples anhaltendes Engagement für Barrierefreiheit zu demonstrieren. Gemessen an der Verteilung der Auszeichnungen zeigt Apple in diesem Jahr weiterhin eine starke Leistung in den Bereichen Interface-Design, Markendarstellung und Werbekreativität.

Gemessen an der historischen Leistung haben Apple und seine Werbeagentur TBWAMedia bei den ADC Awards immer gut abgeschnitten. Die diesjährigen sechs Golden Cube-Ergebnisse sind die gleichen wie im Jahr 2019, als Apple für seinen Kurzfilm „Welcome Home“ die gleiche Anzahl an Golden Cube-Auszeichnungen gewann. In den Jahren 2018 und 2020 gewann Apple den ADC „Black Cube“-Award für die beste Arbeit und wurde damit zum Höhepunkt im Award-System.

Der Black Cube Award 2018 ging an einen einminütigen Werbespot mit dem Titel „Barbers“ für das iPhone 7 Plus. Im Jahr 2020 gewann Apple mit seiner „Bounce“-Werbung erneut den Black Cube. In dieser zweiminütigen Arbeit ist ein Mann zu sehen, der AirPods trägt und zur Arbeit geht. Es zeigt visuell und rhythmisch, wie das Produkt in den Alltag integriert wird.

Diese Preisverleihung „Creative Week“ endet schließlich mit einer Zeremonie namens „The One Show“. Wie geplant findet die Preisverleihung 2026 am 15. Mai im Cipriani an der Wall Street in New York statt, mit der Autorin und Komikerin Leslie Jones als Moderatorin.