Lachse sind sehr kälteresistente Fische und werden daher sehr nervös, wenn sie zum Laichen in immer wärmere Flüsse schwimmen. Eine neue Studie zeigt, dass wir durch die Installation von „Kühlstationen“ in diesen Flüssen diesen bedrohten Fischen bei ihrer Reise helfen können.

Während die globale Erwärmung zu einem Anstieg der Flusstemperaturen führt, können laichende Lachse in sogenannten „Wärmeschutzgebieten“ immer noch eine Pause einlegen. An diesen Stellen fließt kühles Wasser aus unterirdischen Quellen oder von Quellen dominierten Nebenflüssen in den Hauptflusskanal, wodurch die Wassertemperatur sinkt. Das Anhalten und Ausruhen an diesen Stellen hilft den Lachsen zwar, aber irgendwann müssen sie weiter flussaufwärts schwimmen.

Darüber hinaus werden natürliche Wärmeschutzgebiete aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels immer seltener und weniger nützlich. Mit diesem Problem im Hinterkopf machten sich Catherine Smith, Doktorandin der Hydrologie an der Dalhousie-Universität in Kanada, und ihre Kollegen daran, künstliche Wärmeschutzhütten zu bauen. In diesem Sommer testeten sie sowohl aktive als auch passive Wärmeschutzhütten in Flüssen von Nova Scotia.

Aktive Wärmeschutzzonen nutzen Pumpen, um kaltes (9 °C/48 °F) Grundwasser aus städtischen Brunnen in wärmere (30 °C/86 °F) Bereiche des Flusses zu transportieren und so einen Strom kühleren Wassers zu erzeugen, der sich mindestens 60 Meter (197 Fuß) flussabwärts erstreckt.

In passiven Schutzräumen werden überdachte Gräben verwendet, um Flusswasser aus Mäandern zurück zum Hauptkanal umzuleiten. Während der Zeit, in der das umgeleitete Flusswasser vor Sonnenlicht geschützt ist, sinkt auch dessen Temperatur entsprechend.

In diesem thermischen Drohnenbild einer der Kühlstationen zeigt Lila kühlere Wassertemperaturen und Gelb wärmere Wassertemperaturen an.

Eine Kombination aus Wärmedetektoren, Drohnen-Wärmebildkameras und Zeitraffer-Unterwasserkameras zeigte, dass sich laichende Atlantische Lachse in diesen Gebieten leicht versammeln können, obwohl diese Kühlstationen die Wassertemperaturen nur um wenige Grad senken. Darüber hinaus versammeln sich während Hitzewellen mehr Fische an diesen Orten, was darauf hindeutet, dass diese Schutzgebiete tatsächlich einen Unterschied machen.

Smith plant nun, die Technologie für umfassendere Tests zu erweitern. Sie wird ihre Forschung diese Woche auf der Konferenz „GSAConnects2023“ der Geological Society of America in Pittsburgh vorstellen.