Eine langfristige Planung kommt der Gesundheit insbesondere von Menschen mit begrenzten finanziellen Mitteln zugute. Menschen mit einem niedrigeren sozioökonomischen Status haben häufig mit einer geringeren Lebenserwartung zu kämpfen, die durch verschiedene Faktoren wie begrenzte Gesundheitsausgaben und die psychischen Auswirkungen wirtschaftlicher Ungleichheit beeinflusst wird.
Ältere Erwachsene, die eine langfristige Finanzplanung betreiben, haben laut einer neuen Studie ein geringeres Sterberisiko. Dies deutet auf einen Zusammenhang zwischen positiven Finanzgewohnheiten und einer verbesserten Gesundheit hin, insbesondere bei Menschen mit niedrigerem sozioökonomischen Status.
Darüber hinaus haben frühere Untersuchungen gezeigt, dass viele Familien bei der finanziellen Planung ihres späteren Lebens vor Herausforderungen stehen. Es wurde jedoch nur begrenzt untersucht, ob die proaktive Entscheidungsfindung bei finanziellen Entscheidungen mit einem geringeren Sterblichkeitsrisiko verbunden ist.
Um diesen möglichen Zusammenhang zu untersuchen, analysierten Gladstone und Hundertoft 22 Jahre Daten von 11.478 in den Vereinigten Staaten lebenden älteren Erwachsenen, die an der Health and Retirement Study teilnahmen, sowie 10 Jahre Daten von 11.298 Briten, die an der English Longitudinal Study of Aging teilnahmen.
In beiden Studien wurden die Teilnehmer gebeten, Fragebögen auszufüllen, die Fragen zur Gesundheit, zur Lebenserwartung und dazu enthielten, wie weit in die Zukunft sie typischerweise finanziell planen, wenn sie Ausgaben- oder Sparentscheidungen treffen.
Studienergebnisse: Finanzplanung und Gesundheitsergebnisse
Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit einer eher langfristigen Finanzplanung im Studienzeitraum ein geringeres Sterberisiko hatten. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren bestehen, die das Sterblichkeitsrisiko beeinflussen können, wie z. B. Demografie, Einkommen und selbst angegebene Lebenserwartung, die als Grundlage für Finanzplanungsentscheidungen dienen können.
Darüber hinaus berichteten Menschen, die längerfristige Pläne für die Zukunft hatten, über einen besseren Gesundheitszustand, ein Zusammenhang, der bei den Teilnehmern am stärksten ausgeprägt war, die wirtschaftlich am stärksten benachteiligt waren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine langfristige Planung möglicherweise am besten für die Gesundheit von Menschen ist, die keinen finanziellen Puffer haben, um große oder plötzliche Ausgaben zu bewältigen, sagten die Forscher.
Die Forscher stellten außerdem fest, dass diese Ergebnisse keinen Beweis für Ursache und Wirkung liefern und weitere Forschung erforderlich ist. Dennoch könnte diese Studie dazu beitragen, Bemühungen zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten bei älteren Erwachsenen zu unterstützen.
Die Autoren fügen hinzu: „Unsere Untersuchungen zeigen, dass mangelnde Finanzplanung nicht nur Ihrem Geldbeutel, sondern auch Ihrer Gesundheit und Langlebigkeit schadet. Indem wir Menschen dazu ermutigen, mehr über ihre zukünftigen Bedürfnisse und Ziele nachzudenken, können wir möglicherweise ihr Wohlbefinden verbessern und gesundheitliche Ungleichheiten verringern.“