Eine Umfrage unter Experten der Transportbranche zeigt, dass die größte versteckte Gefahr für die Verkehrssicherheit nicht in einem mechanischen Versagen des Fahrzeugs liegt, sondern in der missbräuchlichen Nutzung von Fahrassistenzsystemen und verschiedenen Funktionen im Auto, die den Fahrer ablenken. Die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage spiegelt die Besorgnis der Branche über menschliches Versagen wider, da Regierungen strengere Vorschriften für autonome Fahrsysteme in Betracht ziehen.

In den Vereinigten Staaten sind die Menschen zunehmend besorgt über die Fahrerassistenzfunktionen, die von großen Automobilherstellern eingeführt wurden, darunter das BlueCruise-System von Ford und das FSD-System von Tesla, für das derzeit eine Lizenz beantragt wird und dessen Einführung in ganz Europa geplant ist.

Ignacio Alvarez, F&E-Direktor des italienischen Bremsteileherstellers Brembo, der diese Untersuchung gesponsert hat, sagte: „Wir müssen sicherstellen, dass solche Systeme den Endbenutzern vollständig erklärt werden, Benutzer klar über ihre Funktionsgrenzen informiert werden und klargestellt wird, welche Vorgänge das System ausführen kann und welche nicht.“

Die Umfrage wurde vom Economist Enterprise Think Tank, einer Tochtergesellschaft der Economist Group, durchgeführt. Die Befragten umfassten mehr als 1.000 Fachleute aus der Transportbranche. Die Praktiker kommen aus den Bereichen Politik, Infrastruktur, Automobilbau und Technologie. Zu den Ländern, in denen sie ansässig sind, gehören wichtige Automobilproduktionsländer: Frankreich, Deutschland, Italien, das Vereinigte Königreich, China, Indien, Brasilien, Japan, Südkorea und die Vereinigten Staaten.

Pratima Singh, Forschungsleiterin der Economist Business Intelligence Unit, sagte: „Das eigentliche Risiko liegt in der Interaktion zwischen Menschen, Maschinen und zunehmend automatisierten Systemen.“

30 % der befragten Experten der Transportbranche glauben, dass kognitive Missverständnisse der Fahrer oder die unsachgemäße Bedienung von Fahrassistenzsystemen die Hauptursache für Sicherheitsprobleme im Straßenverkehr sind; In einer weiteren Umfrage zu den Sicherheitsrisiken der Mensch-Fahrzeug-Interaktion wiesen 24 % der Experten darauf hin, dass die Interferenzen durch verschiedene Funktionen im Fahrzeug zunehmen.

Singh sagte, dass zwei Drittel der Branchenexperten glauben, dass die Werbung von Automobilherstellern die Leistung von Fahrerassistenzsystemen übertreibe und „bei den Verbrauchern unrealistische Erwartungen weckt“.

Bei der Umfrage der Economist Intelligence Unit wurden außerdem mehr als 5.000 Verkehrsteilnehmer befragt. 88 % der Befragten äußerten ihre Unterstützung für die Einführung strengerer Maßnahmen zur Verkehrssicherheitskontrolle, was bedeutet, dass die Öffentlichkeit im Allgemeinen eine strengere Branchenregulierung befürwortet.