Die meisten unserer Kleidungsstücke falten und knittern mit unserem Körper, wenn wir uns bewegen, aber unsere Schuhe behalten fast immer die gleiche Form und das gleiche Aussehen. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache entwickeln Wissenschaftler nun eine Möglichkeit, Kriminelle mithilfe eines Schuhausweises zu fangen. Die Technologie wurde in Zusammenarbeit zwischen der Staffordshire University und der West Yorkshire Police im Vereinigten Königreich entwickelt.

3D-Scan des Schuhs, der zur Entwicklung des experimentellen Systems/Staffordshire University verwendet wurde

Damit das System funktioniert, benötigt die Polizei Videos oder Fotos von maskierten Kriminellen, die schlechte Taten begehen, die von CCTV-Kameras, Polizeikameras, Smartphones oder anderen Geräten von Unbeteiligten aufgezeichnet wurden, und irgendwann muss mindestens einer der Schuhe des Täters im Filmmaterial auftauchen.

Wenn der Verdächtige anschließend festgenommen wird, werden ihm alle Schuhe ausgezogen, auf einen Drehteller in einem fotografischen Leuchtkasten gelegt und auf einem Video aufgezeichnet, das sich zunächst unter sichtbarem Licht und dann unter Infrarotlicht dreht. Die einzelnen Bilder des Videos werden dann zusammengefügt, um ein 3D-Modell jedes Schuhs zu bilden, das zeigt, wie sie aus jedem Winkel unter zwei Arten von Licht aussehen (Infrarot wird üblicherweise in Nachtsicht-Sicherheitskameras verwendet).

Wenn Marke, Modell und Größe der gescannten Schuhe mit Marke, Modell und Größe der Schuhe im Tatortvideo übereinstimmen, ist dies ein weiterer Beweis für die Schuld des Verdächtigen. Wenn eindeutige Details wie Abnutzungsspuren übereinstimmen, kann dies tatsächlich der einzige erforderliche direkte Beweis sein.

Die Forscher hoffen, irgendwann eine nationale Bilddatenbank für Schuhe aufzubauen, um Schuhmarken und -modelle anhand von 3D-Scans zu identifizieren, und planen, irgendwann im nächsten Jahr einige britische Polizeikräfte einzuladen, bestehende Versionen der Technologie zu testen.

„Es ist ein schneller und einfacher Vorgang, der insgesamt etwa 30 Minuten dauert“, sagte Dr. Megan Needham von der Staffordshire University. „Die für diesen Prozess erforderliche Ausrüstung kostet weniger als 500 £ (ungefähr 635 $). Unser Ziel ist es, diese Methode in Schuhfabriken im ganzen Land einzusetzen und in Zukunft Haftbeamte dazu zu bringen, die Schuhe von Verdächtigen in Arrestzellen zu scannen.“