Die 43-jährige Reise von CD, vom technologischen Experiment zum globalen Standard, erzählt die Geschichte, wie globale Zusammenarbeit und mutige Technik eine ganze Branche verändert haben. Die CD war mehr als nur ein Musikformat, sie veränderte die Art und Weise, wie Menschen Informationen hören, speichern und teilen und legte den Grundstein für moderne digitale Medien und Personal Computing. Sein Erbe spiegelt sich auch heute noch in der Musikkultur und der digitalen Technologie wider.

Am 17. August 1982 pressten Ingenieure einer PolyGram-Fabrik in Langenhagen, Deutschland, die erste kommerzielle CD, die das Album „The Visitors“ der schwedischen Popband ABBA enthielt. Die Veranstaltung markierte die Geburtsstunde eines Formats, das die Musik- und Computerindustrie für die kommenden Jahrzehnte neu gestalten sollte. Obwohl „The Visitors“ Ende 1981 veröffentlicht wurde, wurde es als erste CD ausgewählt, die den Übergang von analogen Schallplatten und Kassetten zu einer digitalen Audiozukunft symbolisiert.
Das Konzept optischer Datenträger brodelt schon seit langem. In den späten 1970er Jahren starteten der niederländische Elektronikriese Philips und das japanische Unternehmen Sony jeweils unabhängige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur digitalen Audio-Disc-Technologie. Philips entwickelte Prototypen von CD-Playern und versuchte, internationale Standards zu etablieren, während Sony über fortschrittliche digitale Kodierungs- und Fehlerkorrekturtechnologie verfügte. Nachdem Philips 1979 seinen Prototyp in Japan vorgeführt hatte, einigten sich die beiden Unternehmen auf eine Zusammenarbeit und gründeten eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Entwicklung der CD-Technologie und -Spezifikationen.
In intensiver Zusammenarbeit haben wir mehrere wichtige technische Entscheidungen getroffen. Darunter ist der Durchmesser der Schallplatte auf 120 mm festgelegt, und die Spieldauer beträgt etwas mehr als 74 Minuten. Nach Angaben der damaligen Beteiligten beruhte diese Länge teilweise auf der Kapazität, die für die Aufnahme bahnbrechender Aufnahmen klassischer Musik wie Beethovens Neunte Symphonie erforderlich war.
Die Disc nutzt Laser, um die auf ihrer Oberfläche kodierten digitalen Daten zu lesen, nutzt Oktal-zu-Quadregular-Modulation (EFM) für eine effiziente Speicherung und CIRC (Interleaved Reed-Solomon Code) für Fehlerkorrektur. Der daraus resultierende Red-Book-Standard wurde im Juni 1980 fertiggestellt und wurde zur technischen Grundlage für den gesamten CD-Audio-Markt.
Als die CDs schließlich herauskamen, vollzogen sie einen Quantensprung in der Klangqualität und Haltbarkeit und beseitigten das bei Schallplatten übliche Knacken und Knistern. CDs brachten auch neue Annehmlichkeiten mit sich, wie etwa die Möglichkeit, Titel im Handumdrehen zu überspringen und die Möglichkeit, Musik ohne Abnutzung abzuspielen, was sie von analogen Formaten unterscheidet.

In den frühen 1980er Jahren wurden Hunderte von Schallplatten im neuen Format veröffentlicht und CD-Player tauchten in Hi-Fi-Läden auf der ganzen Welt auf. Obwohl viele an der langfristigen Machbarkeit dieser aufstrebenden und teuren Technologie skeptisch waren, wuchsen die CD-Verkäufe schnell. In den Vereinigten Staaten erreichten die Auslieferungen von CD-Alben im Jahr 2000 mit fast 943 Millionen Einheiten ihren Höhepunkt.
Die Wirkung von CDs geht weit über die Musik hinaus. Im Jahr 1985 definierte der Yellow-Book-Standard die CD-ROM und ermöglichte damit die Speicherung von Binärdaten und Software auf optischen Datenträgern. Drei Jahre später etablierte das ISO 9660-Dateisystem eine plattformübergreifende Verzeichnis- und Dateistruktur, die es CDs ermöglichte, als universelles Medium für Anwendungen, Archive und Multimedia-Inhalte auf allen Betriebssystemen zu dienen. Diese Portabilität war ein wichtiger Faktor für die weit verbreitete Einführung von CDs im Personal- und Unternehmenscomputerbereich.
In den frühen 1990er Jahren ermöglichte das Aufkommen von CD-Recordern und beschreibbaren optischen Datenträgern den Verbrauchern die Erstellung eigener Audio- und Daten-CDs, wodurch das Format zu einem Vertriebskanal und einer persönlichen Speicherlösung wurde.
Seit einem Jahrzehnt basieren Softwareinstallation, Treiberverteilung und sogar Betriebssystemveröffentlichungen auf CD-ROMs. Obwohl Streaming und digitale Downloads physische Medien ersetzt haben, haben CDs aufgrund ihrer Wiedergabetreue und Haltbarkeit immer noch einen festen Platz bei Musikliebhabern. In der Informatik ist dieses Medium aus dem täglichen Gebrauch weitgehend verschwunden, obwohl es immer noch verschiedene Formen optischer Laufwerke für den Zugriff auf ältere Software und archivierte Daten gibt.