Das Team der Woods Hole Oceanographic Institution in den Vereinigten Staaten hat kürzlich eine Tiefsee-Trainings- und Ingenieurmission in den Gewässern von San Diego abgeschlossen. Mit modernster Ozeanerkennungsausrüstung wurde erstmals die versunkene Stelle des F-1-U-Boots der US-Marine in hoher Auflösung aufgezeichnet. Durch einen Unfall sank das U-Boot am 17. Dezember 1917, wobei 19 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Es schläft seit mehr als hundert Jahren ruhig in einer Tiefe von 400 Metern unter Wasser.

Photogrammetrische Rekonstruktion des F-1-U-Bootes auf dem Meeresboden westlich von San Diego, Kalifornien. Bildnachweis: Zoe Dahlen/Woods Hole Oceanographic Institution
Bei dieser Operation stützte sich das Wissenschaftlerteam auf das bemannte Tauchboot Alvin und das autonome Unterwasserfahrzeug Sentry der National Deep Sea Diving Facility, um eine genaue Erkundung und Bildaufnahme des versunkenen Schiffs durchzuführen. Diese Mission ist nicht nur ein Test einiger hochpräziser Tiefseegeräte, sondern auch Teil des Ausbildungsprogramms für Tiefseewissenschaftler, das gemeinsam von der National Science Foundation und anderen Institutionen unterstützt wird.
Das wissenschaftliche Forschungsteam führte mithilfe des Sonarsystems des Sentry-Fahrzeugs und des Mutterschiffs Atlantis eine detaillierte Kartierung des U-Boots und seiner umgebenden Meeresbodenumgebung durch. Gleichzeitig sammelte das von Alvin mitgeführte hochauflösende Kamerasystem und die Streamer-Kamera eine große Menge an Stand- und Videodaten. Erwähnenswert ist, dass im selben Gebiet auch das Wrack eines Torpedobombers der US-Armee aus dem Zweiten Weltkrieg gescannt und aufgezeichnet wurde.
„Fortschrittliche Meerestechnologie und Teamarbeit waren der Schlüssel zu dieser erfolgreichen Bildgebung“, sagte Bruce Strickrott, der Leiter von Alvin. „Nachdem wir das Wrack bestätigt und für die Sicherheit gesorgt hatten, erhielten wir zum ersten Mal einen einzigartigen und detaillierten Blick auf das U-Boot. Als Veteran der Marine ist es eine große Ehre, mit meinen Begleitern an dieser außergewöhnlichen Expedition teilzunehmen.“

Der vordere Teil des Wracks eines Avenger-Torpedobombers aus dem Zweiten Weltkrieg, der am DATE während eines Trainingsflugs vor der Küste Südkaliforniens ins Meer stürzte. Bildnachweis: Anna Michel, Woods Hole Oceanographic Institution; NSF GEO; Woods Hole Oceanographic Institution
Diese Bemühungen bringen das U.S. Office of Naval Research, das University-National Marine Laboratory System und das Naval History and Heritage Command zusammen. Krugel, ein Marinehistoriker, sagte: „Der persönliche Besuch einer historischen Stätte ist eine Erfahrung, die sowohl aufregend als auch beeindruckend ist. Wir schätzen diese Zusammenarbeit aufrichtig, die es uns ermöglicht, den aktuellen Status dieses Schiffswracks wirklich zu erfassen und zu beurteilen.“
Das wissenschaftliche Team führte insgesamt sieben Tieftauchgänge durch, nicht nur um Daten zu sammeln, sondern auch um den gefallenen Offizieren und Soldaten Tribut zu zollen. Nach der Inspektion fand auf dem Mutterschiff eine Gedenkzeremonie statt, bei der die Glocken geläutet und in aller Stille die Namen aller verstorbenen Besatzungsmitglieder verlesen wurden, um den Respekt vor der Geschichte und ihr Erbe zu demonstrieren.
Die rasante Entwicklung der Bildgebungstechnologie in den letzten Jahren hat die Explorationseffizienz erheblich verbessert. Das Mehrstrahl-Sonarsystem und hochauflösende Kameras wurden zusammen verwendet, um ein dreidimensionales Rekonstruktionsmodell der F-1-U-Boot-Überreste und ihrer Umgebung zu erstellen. Experten für Meeresbildgebung nutzten Photogrammetrie, um das U-Boot und die damit verbundenen Meereslebewesen zu restaurieren und so wertvolle Informationen für nachfolgende Forschungen zu liefern.

Rob Sparlock, Programmoffizier für Forschungsschiffe des Office of Naval Research, links; Bradley Krueger, leitender Archäologe des Naval History and Heritage Command, im bemannten Tauchboot USS Alvin. Der Bildschirm in der oberen rechten Ecke zeigt das vom Rumpf des F-1-U-Bootes reflektierte Sonarsignal. Bildnachweis: Bruce Strickrott, Woods Hole Oceanographic Institution
Chefwissenschaftlerin Anna Michel sagte: „Obwohl diese Tiefen im Rahmen der Möglichkeiten von Alvin und Sentry liegen, stellen die Missionen hohe Anforderungen an Betrieb und Ausrüstung. Wir führen die Erkundungsarbeiten sorgfältig durch und bemühen uns, wissenschaftlichen Wert mit historischer Ehrfurcht in Einklang zu bringen.“
Die aus dieser Aufnahme gewonnenen hochauflösenden Bilder und dreidimensionalen Restaurierungsmodelle fördern nicht nur die archäologische Tiefseeforschung, sondern vertiefen auch unsere Bewunderung und unser Nachdenken über die Geschichte.
Zusammengestellt von /ScitechDaily