Die Suche nach Überlebenden an Katastrophenorten gehört zu den häufigsten Einsatzgebieten von Drohnen. Würden diese Menschen jedoch unter den Trümmern begraben, wären sie aus der Luft nicht sichtbar. Hier kommt LUCY ins Spiel, das es Drohnen ermöglicht, Überlebende anhand von Geräuschen zu finden. LUCY wurde von Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie in Deutschland entwickelt und ist ein kostengünstiges MEMS-Mikrofonarray (Mikroelektromechanische Systeme), das auf dem Chassis bestehender Mehrrotordrohnen installiert werden kann. Sein Name ist ein Akronym für „Listening System Using Crow's Nest Array“.
„Der höchste Aussichtspunkt auf einem Schiff, der in alle Richtungen sichtbar ist, wird ‚Krähennest‘ genannt“, sagte Macarena Varela, die die Forschung zusammen mit Dr. Marc Oispuu leitete. „Das Gleiche gilt für LUCY – unser System kennt nahezu keine Einschränkungen und kann Geräusche aus allen Richtungen hören.“
In der aktuellen Version des Systems sind 48 leistungsstarke Mikrofone in einer speziellen Geometrie konfiguriert, die die Fähigkeit des Geräts optimiert, die Richtung einer bestimmten Schallquelle genau zu bestimmen. Die Mikrofone können sogar Frequenzen erfassen, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind.
Mit anderen Worten: Der Algorithmus der künstlichen Intelligenz, der auf dem Signalverarbeitungsgerät LUCY läuft, kann störende Geräusche wie Windgeräusche, Geräusche von Rettungsgeräten und den eigenen Rotor der Drohne blockieren. Gleichzeitig suchen die Algorithmen auch nach Geräuschen wie Rufen, Klopfen oder Klatschen, mit denen die gefangenen Überlebenden Aufmerksamkeit erregen könnten.
Sobald diese Geräusche erkannt und ihr geografischer Ursprung bestimmt sind, kann das System die Koordinaten an diejenigen vor Ort weiterleiten, die die eigentliche Rettung durchführen. Tatsächlich kann LUCY auch am Boden eingesetzt werden, ohne dass eine Drohnenverladung erforderlich ist.
Varela, Oispuu und ihre Kollegen entwickeln derzeit eine verbesserte Version des Systems, die leistungsstärker sein und über 256 Mikrofone verfügen soll.
Quelle: Fraunhofer
Zusammengestellt von: ScitechDaily