Vor einigen Monaten hat IBM einen neuen Dienst für künstliche Intelligenz eingeführt, der Branchen bei der Umstellung von COBOL auf neuere Programmierstandards unterstützen soll. IBM sagt, dass Watsonx viel zur Modernisierung alter Sprachen beitragen kann, aber es wird immer menschliche Programmierer erfordern, um die Arbeit zu erledigen.

Laut Skyla Loomis, Vizepräsidentin für Software bei IBMZ, handelt es sich bei Watsonx um ein „Entwicklerassistenten-Tool“, das künstliche Intelligenz nutzt, aber nicht alle Aufgaben alleine erledigen kann. Generative KI-Dienste arbeiten mit menschlichen Programmierern zusammen, um ausgewählte Teile des COBOL-Codes umzuwandeln. Der von der KI bereitgestellte Code erfordert jedoch letztendlich einige „geringfügige Bearbeitungen“, bevor er in Produktion geht.

Trotz seiner 64-jährigen Geschichte wird COBOL (Common Business Oriented Language) immer noch häufig in Großrechnern in wichtigen Branchen wie Banken, Automobilen, Versicherungen, Behörden und Gesundheitswesen verwendet. Laut einer aktuellen Schätzung des International Journal of Advanced Research in Science verwenden 43 % der Bankensysteme immer noch COBOL, und täglich werden Transaktionen im Wert von 3 Billionen US-Dollar (Geldautomaten, Kreditkarten) über in dieser alten Sprache kompilierte Codes verwaltet.

Watsonx wurde zur Lösung von COBOL-Problemen entwickelt und bietet eine End-to-End-Lösung, einschließlich eines mehrstufigen Prozesses zur Durchführung komplexer Codeübersetzungsaufgaben. Keri Olson, Vizepräsidentin für Produktmanagement und IT-Automatisierung bei IBM, erklärte, dass private und staatliche Kunden generative KI-Dienste nutzen können, um bestehende Abhängigkeiten in kleinere Teile aufzuteilen. Mithilfe der IBM-eigenen Programmierer können Kunden auswählen, welche Teile ihres Codes sie modernisieren möchten (oder müssen), indem sie die COBOL-Syntax in Java konvertieren.

Am Ende, so Loomis, liefern 80 oder 90 Prozent des übersetzten Codes gültige (ausführbare) modernisierte Ergebnisse, aber menschliche Programmierer müssen „einige Änderungen“ vornehmen, die zur Erledigung der Aufgabe erforderlich sind, und Watsonx ist ein Produktivitätstool und kein Entwicklerersatz.

Die früheren Unternehmungen von IBM im Bereich der künstlichen Intelligenz haben die himmelhohen Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllt, und es bestehen nun Zweifel am Erfolg von Watson Health im Bereich der generativen künstlichen Intelligenz.

Arun Chandrasekara von Gartner glaubt, dass IBM „keine Fallstudien“ hat, um die Code-Modernisierungsfähigkeiten von Watsonx zu validieren. Olson erkannte das Problem an, sagte jedoch, dass IBM seine Erfahrung im Mainframe-Computing und in der künstlichen Intelligenz nutzt, um das fortschrittlichste KI-Erlebnis zu bieten, obwohl sich das Unternehmen noch in der „frühen Phase“ der Kundenakquise befindet.