Zu Weihnachten kursierte im Internet ein Foto eines mutmaßlich bewaffneten chinesischen zivilen Containerschiffs, das große Aufmerksamkeit erregte. Die Echtheit dieser Fotos wurde bestätigt und das Schiff liegt tatsächlich in der Hudong-Zhonghua-Werft in Shanghai vor Anker, was genau den Aussagen der Analysten entspricht. Den Bildern nach zu urteilen ist die Oberfläche dieses modifizierten Handelsschiffs mit dem Namen „Zhongda 79“ mit Container-Raketenwerfern, Sensoren und Nahverteidigungswaffensystemen bedeckt und es scheint kampffähig zu sein.

Es lässt sich jedoch immer noch nicht bestätigen, ob es sich bei diesen Geräten um scharfe Munition handelt, ob sie eine Systemintegration erreicht haben oder ob sie tatsächlich Kampffunktionen haben. Chinesische Beamte haben darauf noch nicht reagiert und auch nicht den Betriebsstatus des Schiffes bekannt gegeben – ob es sich nun um ein Demonstrationsmodell, ein Proof-of-Concept-Schiff oder ein tatsächliches, noch nicht lackiertes Kampfschiff handelt. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass es jemals in dieser Konfiguration gesegelt ist.
Dies ist nicht das erste Mal, dass zivile Schiffe militarisiert werden. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs setzten die Alliierten „Q-Boote“ ein, die wie gewöhnliche Handelsschiffe oder Fischerboote aussahen, in Wirklichkeit aber schwere Marinegeschütze und Torpedos enthielten, um deutsche U-Boote anzugreifen. Aufgrund von Vergeltungsangriffen auf zivile Schiffe wurden sie jedoch schließlich aufgegeben. Während des Kalten Krieges setzten die Vereinigten Staaten auch getarnte wissenschaftliche Forschungsschiffe zur Informationsbeschaffung ein, diese Schiffe waren jedoch selten direkt in Konflikte verwickelt.
China verfolgt seit langem eine Strategie der „militärisch-zivilen Integration“. Sein Fertigungssystem wurde unter Berücksichtigung des militärischen Potenzials konzipiert. Sogar die Decks von Passagierschiffen können das Gewicht von Panzern tragen, und Fabriken können schnell auf die Produktion von gepanzerten Fahrzeugen und anderen Militärprodukten umsteigen. Dies ähnelt der Verlagerung amerikanischer Privatunternehmen auf die Waffenproduktion während des Zweiten Weltkriegs, beispielsweise Ford und General Motors, die Flugzeuge und Panzer herstellten, und dem Nähmaschinenhersteller Sears, der Schusswaffenteile herstellte.
Erwähnenswert ist, dass der auffällige Slogan „Plan zur maritimen Erneuerung der chinesischen Nation und einer Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit“ auf dem Container des Schiffes in chinesischen Häfen üblich und nicht exklusiv ist. Solange chinesische Beamte nicht klären, um welche Art es sich handelt – ein Modell, ein Set oder ein Signal – bleibt alles spekulativ. Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass es oft kostspielig ist, die Grenzen zwischen ziviler und militärischer Nutzung zu verwischen.