Laut WIRED-Berichten vom 6. März hat Apple damit begonnen, in den USA neue technische Beschränkungen einzuführen, um iPhone-Benutzer daran zu hindern, einige von ByteDance entwickelte chinesische Anwendungen herunterzuladen, selbst wenn der Benutzer ein chinesisches App-Store-Konto verwendet. Mehrere Benutzer haben seit Ende Januar dieses Jahres berichtet, dass das System beim Versuch, Bytedance-Anwendungen in den USA herunterzuladen oder zu aktualisieren, die Meldung „Diese Anwendung ist in Ihrem Land oder Ihrer Region nicht verfügbar“ meldet. Die Tests von WIRED zeigen, dass diese Einschränkung tatsächlich besteht.

Bisher konnten globale Benutzer, solange sie über eine chinesische Apple-ID verfügten, Anwendungen für den chinesischen Markt in jeder Region herunterladen, beispielsweise Douyin, Doubao und die Romanplattform Tomato Novel. Aber die neuesten Beschränkungen bedeuten, dass selbst wenn das Konto aus China stammt, Geräte, die in den Vereinigten Staaten verwendet werden, immer noch daran gehindert werden können, diese Apps herunterzuladen.
Es wird angenommen, dass der Zeitpunkt dieser Änderung mit der Regulierungspolitik der US-Regierung für Bytedance-Anwendungen zusammenhängt. Im Jahr 2024 verabschiedete der US-Kongress den „Protecting Americans from Applications Controlled by Foreign Adversaries Act“, um App-Stores daran zu hindern, von ByteDance kontrollierte Anwendungen in den Vereinigten Staaten zu vertreiben.
Während der Gesetzentwurf in erster Linie auf TikTok abzielt, besitzt ByteDance auch Dutzende Apps auf der ganzen Welt. Diese Apps wurden zuvor aus dem US-amerikanischen App Store entfernt und nun scheinen die Beschränkungen noch weiter auf Produkte ausgeweitet worden zu sein, die ursprünglich für den chinesischen Markt bestimmt waren.
Derzeit stehen TikTok, CapCut und Lemon8 noch im US App Store zum Download bereit. Die Apps waren Teil einer Umstrukturierungsvereinbarung für TikToks US-Geschäfte, die im Januar dieses Jahres geschlossen wurde und an der Investoren wie Oracle beteiligt waren.
Analysten gehen davon aus, dass diese Einschränkung auch darauf zurückzuführen ist, dass Apple in den letzten Jahren die Geoerkennungsfunktionen des App Stores gestärkt hat. Zusätzlich zum Standort der Apple-ID-Registrierung können iPhone-Geräte das Land des Benutzers auch anhand des GPS-Standorts, des WLAN-Ländercodes und der SIM-Karteninformationen ermitteln.
Wissenschaftler, die sich mit EU-Regulierungsrichtlinien befassen, weisen darauf hin, dass diese Art von Technologie zunächst zur Durchsetzung regionaler Beschränkungen im Rahmen des EU-Digitalmarktgesetzes eingesetzt wurde und nun möglicherweise zur Durchsetzung von US-Richtlinien gegen ByteDance-Anwendungen eingesetzt wird.
Einige Benutzer sagten, dass es immer noch möglich sei, Einschränkungen durch bestimmte technische Vorgänge zu umgehen, die Wirkung sei jedoch nicht stabil. Beobachter gehen davon aus, dass es in Zukunft schwieriger werden könnte, Apps über Regionen hinweg herunterzuladen, wenn Apple das Geoblocking auf Geräteebene weiter verstärkt.