Ein Bild der Verflechtung der Geschichte von Technik und Film ist kürzlich wieder aufgetaucht. Die US-Kongressbibliothek hat kürzlich ein restauriertes stummes Kurzvideo veröffentlicht. Dies ist der früheste bekannte Film, in dem ein „Roboter“ auf der Leinwand zu sehen ist – „Gugusse et l’Automate“ (Der Clown und der Automat), gedreht vom französischen Regisseur Georges Méliès im Jahr 1897. Dieser Film galt einst als für immer verschollen.

Georges Méliès gilt als einer der bedeutenden Pioniere der Filmgeschichte. Er legte viele Grundlagen für Filmsprache und Filmtechnik. Damals blieben viele Filmemacher noch bei der einfachen Aufnahmeebene der Aufnahmen von in den Bahnhof einfahrenden Zügen und Menschen auf der Straße hängen. Méliès war Pionier des Konzepts, durch „künstlich arrangierte Szenen“ eine zusammenhängende Geschichte zu konstruieren, und schuf den „Spezialeffektfilm“, wie wir ihn heute kennen.
Als Méliès 1896 auf der Place de l'Opéra in Paris filmte, blieb die Kamera unerwartet stehen und das resultierende Bild zeigte den Effekt einer öffentlichen Kutsche, die sich in einen Leichenwagen „verwandelt“. Dieses zufällige Ereignis inspirierte ihn dazu, Linsentechniken wie „Jump Cuts“ systematisch zu erforschen und sie mit Bühnenmagie und Illusion zu kombinieren. Nach und nach entwickelte er eine Reihe von Bildgebungstechniken wie Doppelbelichtung, Bildauflösung, Handkolorierung und Mattsynthese. Noch seltener ist, dass unter den damaligen technischen Bedingungen die meisten dieser Spezialeffekte vor der Entwicklung des Films direkt in der Kamera durchgeführt werden mussten, was technisch äußerst schwierig war.
Auf dieser Grundlage verfilmte Méliès nacheinander Filme wie „Le Manoir du Diable“, „Cendrillon“, „Le Voyage à travers l’impossible“ und den bekannten „Le Voyage dans la Lune“ und hinterließ eine Reihe von Klassikern der Filmgeschichte. Allerdings galten Filme damals allgemein als „einmaliges Ausstellungs“-Verbrauchsmaterial, das nur für einen begrenzten Vorführungszeitraum einen kommerziellen Wert hatte und danach oft aufgegeben oder zerstört wurde. Dadurch sind viele frühe Werke heute für immer verloren.
„Der Clown und die Automaten“ galt einst als „verlorener Film“. Mehr als ein Jahrhundert lang blieb der Verbleib dieses Werks unbekannt, bis 2025 in der William Dreyer Frisbie Collection der Library of Congress in Culpeper, Virginia, zehn stark verrostete Nitratfilmkopien entdeckt wurden. Die entsprechenden Filme lagerten lange Zeit in Kellern und Garagen und gelangten nach einer Schenkung durch Bill McFarland aus Michigan in die öffentliche Sammlung.
Nachdem bestätigt wurde, dass es sich um Méliès‘ verlorene Werke handelt, begann das National Audiovisual Conservation Center der Library of Congress sofort mit der Restaurierung und stabilisierte die fragilen und fragmentierten Filme und scannte sie digital. Das bearbeitete und restaurierte Bild dauert weniger als eine Minute, hat aber eine wichtige Bedeutung in der Geschichte des Films und der Technik.
Die Handlung des Films ist sehr einfach: Ein Clown namens Gugusse zeigt dem Publikum einen Automaten, der wie ein Junge aussieht. Der Clown dreht die Kurbel in seiner Hand und der Automat schwingt einen Stock. Dann wuchs die Puppe plötzlich an Größe und winkte immer wieder; Dann vergrößerte es sich auf die Größe eines erwachsenen Mannes und begann, dem Clown auf den Kopf zu schlagen – ob aus Spaß oder „außer Kontrolle“, eine klare Erklärung lieferte die Kamera nicht. Wütend warf der Clown die Puppe zu Boden und schwang einen übertrieben großen „Clownshammer“, um sie wiederholt zu schlagen. Der Körper der Puppe schrumpfte bei jedem Schlag und verwandelte sich schließlich in eine Puppe. Schließlich wurde es vom Clown mit einem schweren Schlag völlig zerstört.
Aus heutiger Sicht handelt es sich hierbei offensichtlich nicht um einen Science-Fiction-Blockbuster wie „Terminator 2“, sondern innerhalb der Grenzen der Technik und Vorstellungskraft von 1897 um einen kühnen visuellen Versuch von „automatischen Maschinen“ und „anthropomorphen Geräten“. Es handelte sich auch um einen der frühesten Filmclips überhaupt, der das Bild eines „Roboters“ als zentrales Verkaufsargument nutzte. Die US-Kongressbibliothek hat das restaurierte Video nun öffentlich zugänglich gemacht, damit die Öffentlichkeit dieses „Roboter-Debüt“ vor mehr als einem Jahrhundert sehen kann.