Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen plant OpenAI, in naher Zukunft seine Sora AI-Videogenerierungsfunktion in ChatGPT einzuführen. Diese strategische Änderung erhöht möglicherweise die Nutzung des Chatbots, erhöht jedoch auch die Betriebskosten. Die Anpassung erfolgt etwa fünf Monate nach der Einführung der eigenständigen mobilen App Sora durch OpenAI. Mit der App können Benutzer schnell Videos von sich selbst, anderen Menschen oder Tieren erstellen, die fantastische oder lustige Aktionen ausführen. Der Schnittstellenstil ist dem von TikTok nachempfunden, erfreut sich jedoch nicht großer Beliebtheit.

Die Integration von Sora mit ChatGPT soll dem Unternehmen dabei helfen, die Zahl seiner wöchentlichen aktiven Nutzer zu erhöhen, die derzeit bei etwa 920 Millionen liegt, das vom Unternehmen im letzten Jahr gesetzte Ziel von 1 Milliarde jedoch noch nicht erreicht hat. Angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch Konkurrenten wie Google hat OpenAI mehr Ressourcen in den Chatbot gesteckt. Die Gemini-App von Google basiert auf der Veo-KI und bietet Funktionen zur Videogenerierung.
OpenAI hat in letzter Zeit auch bei anderen Produkten schnell die Richtung geändert. Nur sechs Monate nach der Ankündigung, Einkaufsfunktionen direkt in ChatGPT einzuführen, hat das Unternehmen den Plan gekündigt.
Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person wird OpenAI weiterhin die eigenständige Sora-Anwendung betreiben, es sei jedoch unklar, ob es sich dabei um einen langfristigen Plan handele. Die Sora-App schnitt in den ersten Tagen ihrer Einführung gut ab und erreichte schnell die Spitze des Apple App Store. Allerdings begann die Nutzung bald darauf zu sinken und im App Store liegt es derzeit nur noch auf Platz 165.
Im vergangenen Herbst teilte OpenAI-CEO Sam Altman den Mitarbeitern mit, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Sora-Benutzer ihre Videos öffentlich in der App veröffentlichen würden.
Durch das Hinzufügen praktischer Videogenerierungsfunktionen zu ChatGPT hofft OpenAI, den viralen Moment des Chatbots im März letzten Jahres nachzubilden, als Benutzer sich beeilten, Fotos im Studio-Ghibli-Stil von sich selbst zu erstellen, was die Rechenressourcen des Unternehmens bis an ihre Grenzen brachte. (Der Chatbot hat sich seitdem zu einem gängigen KI-Bildgenerierungstool für Privat- und Firmenkunden entwickelt, darunter auch Heim- und Bekleidungsdesigner.)
OpenAI geht davon aus, dass seine Inferenzkosten – die Kosten für den Betrieb der KI-Modelle von ChatGPT und anderen Produkten – bis 2030 225 Milliarden US-Dollar übersteigen werden.
OpenAI stellte im Februar 2024 erstmals eine Vorschau auf das Videogenerierungsmodell Sora vor und öffnete es im Dezember desselben Jahres für umfassendere offene Tests auf einer unabhängigen Website. Im vergangenen September veröffentlichte das Unternehmen eine aktualisierte Version der KI und eine Begleit-App, mit der Benutzer KI-generierte Videos erstellen und in scrollenden sozialen Feeds teilen können.