Im Kontext des Einzugs generativer KI-Musik in Streaming-Plattformen und der zunehmenden Zahl sogenannter „KI-Slops“ testet Spotify eine neue Funktion namens „Artist Profile Protection“, die es Künstlern ermöglicht, ihre Werke zu überprüfen, bevor sie offiziell auf ihrer Homepage veröffentlicht werden. Dieses Tool soll den Erstellern eine bessere Kontrolle darüber geben, welche Titel mit ihrem Namen verknüpft werden können.

Spotify erklärte in seinem Blog, dass große Streaming-Plattformen seit langem das Problem hätten, dass Songs fälschlicherweise mit der falschen Künstlerseite verlinkt würden, und dass die Verbreitung einfach zu generierender KI-Tracks die Situation verschlimmert habe. Daher hat das Unternehmen den „Schutz der Künstleridentität“ als eine seiner obersten Prioritäten im Jahr 2026 aufgeführt und erklärt, dass diese Einführung die erste Lösung der Branche für dieses hartnäckige Problem sei. Am Test teilnehmende Künstler können die an Spotify gesendeten und mit ihrem Namen versehenen veröffentlichten Werke einzeln bewerten. Nur die von ihnen freigegebenen Werke werden auf der persönlichen Homepage angezeigt, in die Statistik aufgenommen und erscheinen in den empfohlenen Inhalten des Nutzers.

Der Zeitpunkt dieser Ankündigung ist recht heikel: Vor einer Woche hatte Sony Music gerade bekannt gegeben, dass es große Streaming-Plattformen aufgefordert hat, mehr als 135.000 KI-generierte Songs zu entfernen, die sich als seine Künstler ausgeben. Spotify wies darauf hin, dass das offene Vertriebssystem zwar unabhängigen Musikern die Veröffentlichung ihrer Werke erleichtert, aber auch Raum für Fehler und Missbrauch schafft – Titel können aufgrund von Metadatenfehlern, Verwechslungen mit demselben Künstler oder sogar böswilligem Verhalten auf der Homepage des falschen Künstlers aufgeführt werden.

Spotify erklärte, dass sich dies, sobald dies geschieht, auf die gesamte Songbibliothek des Künstlers, Statistiken, Empfehlungslisten wie Release Radar und den Weg für Fans auswirken wird, ihre echten Werke zu entdecken. Diese Erfahrung ist sowohl für Künstler als auch für Zuhörer äußerst frustrierend. Das Unternehmen gab bekannt, dass einer der häufigsten Wünsche von Künstlern im vergangenen Jahr darin besteht, dass sie sich mehr Sichtbarkeit und Kontrolle wünschen, bevor ihre Werke unter ihrem eigenen Namen online gestellt werden.

Spotify betont, dass sich diese neue Funktion nicht an alle Künstler richtet, sondern für Künstler gedacht ist, die häufig auf falsche Namen stoßen, gebräuchlichere Namen haben oder eine strengere Kontrolle über den Inhalt ihrer Homepage haben möchten. Creator, die derzeit am Test teilnehmen, sehen diese Funktionsoption in den Hintergrundeinstellungen von „Spotify for Artists“ auf den Desktop- und mobilen Webversionen. Sobald „Künstlerseitenschutz“ aktiviert ist, erhalten sie eine E-Mail-Benachrichtigung, wenn ein Werk in ihrem Namen bei Spotify eingereicht wird, und können es auf dieser Grundlage genehmigen oder ablehnen.

Aus Branchensicht ist dieser Schritt der jüngste Versuch von Streaming-Media-Plattformen, auf den Druck des Urheberrechts und des Identitätsschutzes im Zuge der KI-Welle zu reagieren. Es spiegelt auch wider, dass sich das Spiel zwischen Plattformen, großen Urheberrechtsinhabern und echten Künstlern um „KI-Inhalte, die Aufmerksamkeit und Einnahmen erpressen“ beschleunigt. Ob dieser Test in Zukunft auf weitere Künstlergruppen ausgeweitet wird und ob die Plattform KI-generierte Inhalte weiter differenzieren oder kennzeichnen wird, wird eine Richtung sein, der die Musikindustrie große Aufmerksamkeit schenken wird.