Samsung Electronics hat am Donnerstag einen Gerichtsantrag eingereicht, um seiner südkoreanischen Gewerkschaft die Durchführung illegaler Aktivitäten während eines geplanten Streiks zu verbieten, sagte ein Sprecher. Der aktuelle Tarifstreit könnte den Produktionsbetrieb des weltgrößten Speicherchipherstellers stören.

Zu den Einzelheiten der rechtlichen Schritte machte Samsung keine Angaben. Die Gewerkschaft nannte den Schritt eine „Kriegserklärung“ und warf dem Unternehmen eine Verletzung seines gesetzlich geschützten Streikrechts vor.

Die gewerkschaftlich organisierten Samsung-Arbeiter haben letzten Monat dafür gestimmt, einen 18-tägigen Streik ab dem 21. Mai zu genehmigen, wenn sie sich mit der Unternehmensleitung nicht auf ein Lohnpaket einigen können.

Die Gewerkschaft plant außerdem, am 23. April eine große Kundgebung abzuhalten, um den Druck auf Samsung bei den Tarifverhandlungen zu erhöhen.

Samsung-Mitarbeiter sind unzufrieden mit niedrigeren Löhnen als beim Lokalkonkurrenten SK Hynix und fordern, dass das Unternehmen die Obergrenzen für Leistungsgehälter aufhebt und Boni an den Betriebsgewinn koppelt.

Samsung geht davon aus, dass der Betriebsgewinn von Januar bis März dieses Jahres 57,2 Billionen Won (ca. 38,85 Milliarden US-Dollar) erreichen wird, was einer mehr als achtfachen Steigerung gegenüber 6,69 Billionen Won im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.

Der Vorsitzende der Samsung-Gewerkschaft sagte gegenüber Reuters, dass ein Streik etwa die Hälfte der Produktionskapazität von Samsungs großem Halbleiterpark in Pyeongtaek südlich von Seoul beeinträchtigen könnte.

Als weltgrößter Hersteller von Speicherchips könnte ein Streik von Samsung die weltweiten Spannungen bei der Halbleiterversorgung verschärfen. Die aktuelle Nachfrage nach Rechenzentrumsgeschäften mit künstlicher Intelligenz ist stark und das Angebot an Chips ist bereits knapp, was dazu geführt hat, dass viele Branchen wie Automobile, Computer und Smartphones mit Lieferengpässen konfrontiert sind.