Das Michael-Jackson-Biopic „Michael“ unter der Regie von Antoine Fuqua und mit Jafar Jackson in der Hauptrolle steht kurz vor der Veröffentlichung. Allerdings stieß der Film in den ersten Tagen nach seiner Aufhebung des Verbots auf harte Kritiken in den Medien. Unter ihnen gab IGN dem Film nur die Punktzahl 3 und stellte in seiner Rezension unverblümt fest, dass der Film „Michael Jackson, den King of Pop, eine der umstrittensten, elektrisierendsten und bahnbrechendsten Figuren des 20. Jahrhunderts, extrem langweilig macht.“

„Michael Jackson: Road to Stardom“ IGN 3 Punkte: Langweilig und seelenlos!

IGN wies in seiner Rezension darauf hin, dass die Erzählung des Films in der mechanischen Fortführung der Zeitleiste und der Auflistung der Höhepunkte zu starr sei, was dazu führe, dass es insgesamt an wirklicher dramatischer Spannung fehle. Obwohl der Film versucht, die wichtigsten Punkte von Jacksons Karriere von den Jackson 5-Brüdern bis zu seiner Karriere als Erwachsener abzudecken, führt diese „Jukebox-ähnliche“ Behandlung nur dazu, dass die Figur ihre Seele verliert. IGN stellte ausdrücklich fest, dass die Darstellung der komplexen Beziehung zwischen Jackson und seinem Vater Joe Jackson im Film „gezeichnet und sich stillschweigend wiederholend“ sei, während andere Familienmitglieder und Bandmitglieder fast auf den Hintergrund reduziert würden.

„Michael Jackson: Road to Stardom“ IGN 3 Punkte: Langweilig und seelenlos!

Auf der schauspielerischen Ebene geht IGN davon aus, dass der Hauptdarsteller Jafar Jackson bei der Nachahmung des Auftritts eine ernsthafte Haltung an den Tag gelegt hat, insbesondere in Jacksons ruhigeren und introspektiven Momenten im Film, die eine nachdenkliche Seite zeigten. Um jedoch eine genaue Nachahmung von Jacksons Stimme zu erreichen, beschränkte sich der Text des Schauspielers auf den Falsett-Bereich, was das Auf und Ab der Emotionen stark einschränkte. Darüber hinaus wechselt der Filmschnitt in Dialogabschnitten häufig zu Totalen oder Hintergrundaufnahmen, sodass der emotionale Ausdruck der Figur stets einen „Sicherheitsabstand“ zum Publikum wahrt. IGN kommentierte, dass dieser Ansatz „Jacksons Stimme genauso verarbeitete, wie das prothetische Make-up der Vaterfigur seinen Ausdruck im Film verarbeitete“ und zu einer unerwarteten Metapher für den größten Fehler des Films wurde.

Auch der Umgang des Regisseurs Antoine Fuqua mit dem Film wurde kritisiert. IGN wies darauf hin, dass Fuqua jene Bühnenaufführungen, die die Kultur verändern sollten, auf „langweilige, unkomplizierte“ Weise einfing. Jacksons klassischer Moment, als er 1983 „Billie Jean“ live aufführte und den ersten Moonwalk im Film vorführte, wirkte eher wie „ein ganz normaler Arbeitstag“ als wie ein historischer Moment, in dem ein Künstler in den Gott-Level-Modus überging. IGN war der Meinung, dass es Fuqua an der visuellen Energie und dem Können mangelte, die Baz Luhrmann in „Elvis“ an den Tag legte, und dass er nicht in der Lage war, Jacksons wahre Dimension als Person oder Darsteller einzufangen.

„Michael Jackson: Road to Stardom“ IGN 3 Punkte: Langweilig und seelenlos!

Der Film erfuhr im Laufe des Produktionsprozesses auch große inhaltliche Anpassungen. Früheren Berichten zufolge wurde der Inhalt des ursprünglichen Drehbuchs, in dem es um Jacksons Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe und die anschließenden Gerichtsverfahren ging, nicht in den endgültigen Film aufgenommen, da der Nachlass von Jackson eine Einigung mit den Anklägern erzielt hatte. Diese Inhalte bildeten ursprünglich den dramatischen Kern und das zentrale Erzählgerüst des Films. IGN bemerkte in seiner Rezension, dass die Inhalte, egal wie verherrlicht oder predigend sie unter der Führung des Vermächtnisses geworden sein mögen, „weitaus ansprechender klingen als das, was letztendlich auf der Leinwand landete“. Der daraus resultierende Film galt als „spannungslose, flache, hauchdünne Geschichte“, die Jacksons Image so sehr schützte, dass er ihn in ein „karikaturisiertes philanthropisches Genie“ verwandelte.

Es ist erwähnenswert, dass der Film am Ende Raum für mögliche Fortsetzungen lässt, da die Geschichte relativ früh in Jacksons Karriere endet. IGN kommentierte, dass sich dieses „Höhepunktversprechen, dass die Geschichte weitergehen könnte, wie eine Bedrohung anfühlt“.

„Michael Jackson: Road to Stardom“ IGN 3 Punkte: Langweilig und seelenlos!

Insgesamt sagte IGN in seiner Rezensionszusammenfassung: „Egal, wie man zu Jackson als Person steht, dieser Film steht völlig im Widerspruch zu seinem Wesen als ikonischer Künstler und umstrittener Boulevardfigur. Wer hätte gedacht, dass ein so sorgfältig kontrolliertes, vom Nachlass genehmigtes Biopic dem Erbe eines Künstlers größeren Schaden zufügen könnte, indem es ihn so langweilig macht?“