Die diesjährige Blockbuster-Version der Open-Source-GNU Compiler Collection (GCC), GCC 16, ist in den letzten Release-Sprint eingetreten. Als erste stabile Version dieses Zweigs wird GCC 16.1 voraussichtlich in den nächsten Wochen offiziell veröffentlicht und wird weiterhin einer der wichtigsten Compiler im Linux- und Open-Source-Ökosystem sein.

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https://gcc.gnu.org/pipermail/gcc/2026-April/247980.html

Jakub Jelinek, Mitglied des GCC-Release-Engineering-Teams von Red Hat, gab kürzlich bekannt, dass alle verbleibenden P1-Level-Regressionsprobleme (die Mängel mit der höchsten Priorität) in GCC 16 behoben wurden und der Release-Zweig „releases/gcc-16“ von GCC 16 im Git-Repository erstellt wurde. Dies bedeutet, dass sich die Entwicklungsarbeit offiziell auf weitere Tests und Endkorrekturen des Zweigcodes verlagert hat. Gleichzeitig hat der Trunk den nächsten Versionszyklus gestartet. GCC 17.0.0 ist jetzt für die Entwicklung in Git geöffnet.

Konventionell wird die Hauptversion der GNU-Compiler-Sammlung normalerweise jedes Jahr zwischen April und Mai veröffentlicht. Auch das diesjährige GCC 16.1 wird diesem Rhythmus folgen und nach Abschluss zusätzlicher Tests des Branch-Codes und möglicher Last-Minute-Korrekturen eine stabile Version veröffentlichen. Phoronix erklärte, dass es nach der offiziellen Veröffentlichung von GCC 16 relevante Benchmark-Ergebnisse für Leistungstests bereitstellen werde.

Als wichtiges Update in diesem Jahr bringt GCC 16 eine Reihe von Verbesserungen an Sprachfunktionen und Hardwareplattformen. Eines der bemerkenswertesten ist die Hinzufügung der Front-End-Unterstützung für die Programmiersprache Algol 68, die es ermöglicht, diese seit langem etablierte Sprache direkt über die GCC-Toolkette zu kompilieren. Darüber hinaus legt GCC 16 den C++20-Standard als Standardstandard fest und bietet modernen C++-Entwicklern eine Sprachumgebung, die den aktuellen Praktiken besser entspricht.

In Bezug auf die Prozessorunterstützung fügt GCC 16 vorläufige Unterstützung für die AMD Zen 6-Architektur hinzu, und das entsprechende Zielmodell ist „znver6“ und legt damit den Grundstein für die Optimierung zukünftiger Zen 6-basierter Prozessoren im Open-Source-Software-Ökosystem. Für Intel-Plattformen hat GCC 16 AVX10.2- und APX-Befehlssatzunterstützung für die kommenden Intel Nova Lake-Prozessoren vorbereitet und außerdem Zielunterstützung für Intel Wildcat Lake hinzugefügt.

Zusätzlich zu den Architekturfunktionen nimmt GCC 16 auch Anpassungen an der Leistung und Konfiguration der Toolchain vor. Die neue Version erhöht die Standardanzahl von LTO-Partitionen (Link-Time-Optimierung), um sich mit zunehmender Anzahl von Mehrkernen besser an die aktuellen Prozessoren anzupassen, und soll bessere parallele Optimierungseffekte in groß angelegten technischen Kompilierungsszenarien bringen. Gleichzeitig ist für die ARM64-Plattform die Funktion zur Multiversionierung nicht mehr als experimentelle Funktion gekennzeichnet, was bedeutet, dass diese Funktion im ARM64-Ökosystem in ein ausgereiftes und nutzbares Stadium eingetreten ist.

In der Embedded-Welt bietet GCC 16 Unterstützung für die eingebettete C-Bibliothek Picolibc und bietet Entwicklern ressourcenbeschränkter Geräte und eingebetteter Systeme neue Standardbibliotheksoptionen. Zusätzlich zu den oben genannten Highlights enthält GCC 16 auch eine große Anzahl von Leistungsoptimierungen und detaillierten Verbesserungen im gesamten Compiler-Stack, was seinen Status als gängige Kompilierungsinfrastruktur in der Open-Source-Welt weiter festigt.

Mit der Einrichtung des GCC 16-Release-Zweigs und dem Beginn des GCC 17-Entwicklungszyklus bleibt die Entwicklung der GNU-Compiler-Sammlung kompakt und stabil. In den nächsten Wochen, wenn die offizielle Version von GCC 16.1 veröffentlicht wird, werden Industrie und Community auch verschiedene Benchmark-Tests durchführen, um die tatsächliche Leistung dieser Version in Bezug auf Leistung und neue Hardware-Unterstützung intuitiver zu testen.