Kurz nach der Veröffentlichung des Finanzberichts 2025 veröffentlichte Feng Qingfeng, CEO der Lotus Group, am 13. Mai einen internen Brief an alle Mitarbeiter, in dem er die Strategie „Focus 2030“ offiziell vorstellte. Dieser Plan, der als „Zukunftskompass“ bezeichnet wird, setzt zwei klare Signale: Erstens durchbricht er den rein elektrischen Weg und erhöht die Zahl der Kraftstoff- und Hybridmodelle; Zweitens strebt das Unternehmen nicht länger blind nach Verkaufsvolumen, sondern konzentriert sich auf höhere Gewinnmargen.

Feng Qingfeng machte in dem Brief klar, dass Lotus gleichzeitig reine Elektro-, Plug-in-Hybrid- und Kraftstoffmodelle anbieten wird, bis die Marktbedingungen ausgereift sind, bevor er vollständig auf Elektrifizierung umsteigt. Er gab bekannt, dass Lotus in den nächsten Wochen den Emira 420 auf den Markt bringen wird, einen sowohl leichten als auch leistungsstarken Kraftstoff-Sportwagen, und dass im Jahr 2028 auch der mit einem V8-Hybridaggregat ausgestattete Supersportwagen Typ 135 auf den Markt kommen wird.
Lotus wurde 1948 gegründet und war einst so berühmt wie Porsche und Ferrari und einer der drei größten Sportwagenhersteller der Welt. Es wurde 1996 von der malaysischen Proton Group übernommen und 2017 von Geely kontrolliert. Nach der Übernahme durch Geely erfuhr Lotus einen grundlegenden Wandel in der Entwicklungsrichtung. Im Jahr 2018 schlug das Unternehmen einen Zehnjahresplan zur Wiederbelebung der Marke vor, der darauf abzielt, anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Marke im Jahr 2028 eine umfassende Elektrifizierung und intelligente Transformation abzuschließen. Nacheinander wurden der rein elektrische Supersportwagen Evija, der rein elektrische SUV Eletre und das rein elektrische Coupé Emeya auf den Markt gebracht. Auf der Guangzhou Auto Show 2021 stellte Lotus das letzte Benzinfahrzeug der Marke vor, den Emira.
Die Entwicklung des Marktes für rein elektrische Supersportwagen ist jedoch alles andere als erwartet. Feng Qingfeng sagte zuvor in Interviews mit China Business News und anderen Medien, dass Lotus im globalen Vertrieb mit einem komplexen Marktumfeld konfrontiert sei. Bei der Überprüfung des Unternehmens im Jahr 2024 stellte sich heraus, dass alle Wetten auf den rein elektrischen Weg radikal waren, und beschloss daher, ihn zu „recyceln“ und die Luyao-Hybridarchitektur „X-Hybrid“ auf den Markt zu bringen. Damals sagte er, dass er bei reinen Elektro- und Hybridfahrzeugen bleiben und die nächste Generation reiner Kraftstoffmodelle nicht mehr herstellen werde. Die Bestätigung des Kraftstoffsportwagens Emira 420 in diesem internen Brief bedeutet einen weiteren Rückruf in der Strategie.
Kürzlich veröffentlichte Lotus Technologies (NASDAQ:LOT), ein börsennotiertes Unternehmen von Lotus, seinen Finanzbericht 2025. Aufgrund des Umsatzrückgangs belief sich das jährliche Betriebsergebnis auf rund 520 Millionen US-Dollar. Und dank des auf margenstarke Massenmarktprodukte ausgerichteten Produktmixes und der kontinuierlichen Kostensenkung und Effizienzsteigerung verringerte sich der der Muttergesellschaft zuzurechnende Nettoverlust im Jahresvergleich um 58 % auf 460 Millionen US-Dollar.
Ein Reporter von China Business News erfuhr, dass Lotus ein jährliches Produktionsziel von 30.000 Fahrzeugen und das Jahr 2027 als Gewinnzieljahr festgelegt hat.
Um sein Gewinnziel zu erreichen, fördert Lotus außerdem weitere Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen und plant die Integration von Lotus UK und Lotus Technology, um die Marke zu vereinheitlichen, das Management zu vereinfachen und Kosten zu senken. Die Integrationsarbeiten werden voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Analysten gehen davon aus, dass bis dahin Lotus UK, das die Tradition der Forschung, Entwicklung und Herstellung von Sportwagen fortführt, und das börsennotierte Unternehmen Lotus Technology, das sich auf Elektrifizierung und Intelligenz konzentriert, vereint sein werden und auch das Geschäft des ersteren mit dem börsennotierten Unternehmen verschmolzen wird.