Die Gewerkschaften von Samsung Electronics sagten, sie erwarteten, dass am Donnerstag im Vorfeld eines Streiks im nächsten Monat etwa 37.000 Arbeiter an einer Kundgebung in Südkorea teilnehmen würden. Die Kundgebung, die in Samsungs riesiger Chipfabrik in Pyeongtaek stattfinden wird, verdeutlicht die wachsenden Arbeitsrisiken für den weltgrößten Chiphersteller, der lange Zeit weitgehend immun gegen Arbeiterproteste war, von denen auch andere lokale Unternehmen wie Hyundai Motor Co. betroffen waren.

Samsung war früher für seine gewerkschaftsfeindlichen Aktivitäten bekannt, doch im Jahr 2024 streikten die Arbeiter erstmals. Die Gewerkschaftsmitgliederzahl von Samsung hat sich seitdem auf über 90.000 verdreifacht, was mehr als 70 % der 125.000 koreanischen Belegschaft des Unternehmens ausmacht.

Rekordgewinne von Chipunternehmen haben die Arbeiter ermutigt, da die boomende Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz das Angebot knapper macht und die Preise in die Höhe treibt.

Der Rivale von Samsung Electronics, SK Hynix, akzeptierte im September letzten Jahres die Forderungen der Gewerkschaft nach einer Lohnreform und hohen Prämien, was die Unzufriedenheit der Samsung-Mitarbeiter mit dem Lohngefälle verschärfte und einen Anstieg der Gewerkschaftsmitglieder auslöste.

Choi Seung-ho, Vorsitzender der größten Samsung-Gewerkschaft, sagte letzte Woche: „Der erstaunliche Anstieg der Gewerkschaftsmitglieder spiegelt den einstimmigen und dringenden Ruf nach Veränderung seitens der Mitarbeiter von Samsung Electronics wider.“

Viele Arbeiter seien zu SK Hynix gewechselt, während andere Konkurrenten wie Micron und sogar Tesla Samsung-Ingenieure anlockten, sagte er. Samsung gibt keine Mitarbeiterfluktuationsraten bekannt.

Im März räumte Jun Young-hyun, Co-Chef von Samsung Electronics, ein, dass Samsung aufgrund der schleppenden Chipgewinne bei der Lohnwettbewerbsfähigkeit hinter seinen Konkurrenten zurückbleibe, sagte jedoch, dass sich dieser Abstand verringern werde, wenn sich der Chipmarkt erholt.

Es ist unklar, wie viele Menschen an der Kundgebung am Donnerstag teilnehmen werden. Samsung hat gewarnt, dass es rechtliche Schritte einleiten wird, wenn die Gewerkschaft Sicherheitseinrichtungen untergräbt, für deren Betrieb mehr als 2.000 Arbeitnehmer erforderlich sind.

Sollte es zu keiner Einigung kommen, plant die Gewerkschaft ab dem 21. Mai einen 18-tägigen Streik.

Eines der umstrittensten Themen ist die Forderung der Gewerkschaft, die Obergrenze für die Leistungsvergütung anzuheben, die derzeit auf 50 % des jährlichen Grundgehalts festgelegt ist. Das Management von Samsung Electronics lehnte die Forderung jedoch ab.