Während des Prozesses zu Elon Musks Klage gegen Sam Altman und OpenAI sagte die ehemalige CTO von OpenAI, Mira Murati, in einer auf Video aufgezeichneten Aussage, dass sie den mündlichen Aussagen des damaligen CEO Sam Altman nicht trauen könne. Sie sagte unter Eid aus, dass Altman ihr gegenüber falsche Angaben zum Sicherheitsüberprüfungsprozess für ein neues Modell gemacht habe.

Mulati sagte in ihrer Aussage, Altman habe ihr mitgeteilt, dass die Rechtsabteilung von OpenAI festgestellt habe, dass ein neues KI-Modell nicht dem internen Deployment Safety Board des Unternehmens zur Prüfung vorgelegt werden müsse. Auf die Frage: „Sagt Herr Altman Ihres Wissens nach die Wahrheit, wenn er das sagt?“ sie antwortete eindeutig: „Nein.“

Muradi sagte weiter, dass Altmans Verhalten während ihrer Amtszeit bei OpenAI ihre Arbeit erschwert habe, und betonte, dass sich ihre Kritik „ausschließlich auf das Management“ beziehe. Sie sagte, sie sei für eine äußerst schwierige Aufgabe in einer hochkomplexen Organisation verantwortlich. „Ich habe Sam gebeten, zu führen, und zwar auf eine klare Art und Weise, ohne meine Fähigkeit, meine Arbeit zu erledigen, zu untergraben.“

Der Sicherheitsprozess rund um ein bestimmtes GPT-Modell ist ein konkreter Fall, in dem sie und Altman unterschiedlicher Meinung waren. Nachdem er gehört hatte, was Altman zu sagen hatte, erkundigte sich Mulati gezielt bei Jason Kwon, der 2021 als General Counsel zu OpenAI kam und heute Chief Strategy Officer ist. Sie sagte, es gebe eine „Diskrepanz“ zwischen den Aussagen von Kwon und Altman, und sie bestätigte, dass „das, was Jason sagte, und das, was Sam sagte, nicht dasselbe war.“ Aus großer Vorsicht sorgte sie schließlich doch dafür, dass das Modell einem Sicherheitsausschuss zur Prüfung vorgelegt wurde.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Altman der Lüge beschuldigt wird. OpenAI-Mitbegründer Ilya Sutskever schrieb zuvor in einem 52-seitigen Memo an den Vorstand, dass Altman „ein anhaltendes Lügenmuster an den Tag legt, das seine eigenen Führungskräfte untergräbt und Führungskräfte gegeneinander ausspielt“. Dies wurde in einer weiteren Aussage verlesen.

Mulatis Aussage erschien in einem Live-Update des Falles „Musk gegen Altman“ und bot einen seltenen Einblick in die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Spitzengruppe von OpenAI über Sicherheitsgovernance und Managementstile. Da immer mehr relevante Zeugenaussagen an die Öffentlichkeit gelangen, lenkt dieser Rechtsstreit über die zukünftige Ausrichtung von OpenAI und das Verhalten seiner Führung die Aufmerksamkeit der Branche und der Aufsichtsbehörden weiter auf die internen Entscheidungs- und Sicherheitsprozesse großer KI-Unternehmen.