Laut dem neuesten Bericht von DigiTimes steht der Verkauf von PC-Motherboards vor der gravierendsten Marktanpassung der letzten Jahre, und die Hersteller verzeichnen allgemein eine schwache Nachfrage. Diese Krise ist auf den rasanten Ausbau der Rechenzentren für künstliche Intelligenz zurückzuführen, der zu einem gravierenden Mangel an Chip-Ressourcen in der gesamten Branche geführt hat und somit eine Kettenwirkung auf den Consumer-PC-DIY-Markt verursacht hat. Ein schwerwiegender Mangel an Siliziumwafern hat zu einem Anstieg der Nachfrage nach DRAM und CPUs geführt. Die Preise für DDR4- und DDR5-Speichersätze sind stark gestiegen, auch die Preise für gewöhnliche CPUs sind stark gestiegen.

Davon betroffen sind PC-Motherboard-Hersteller in den Engpässen in der Lieferkette und die Lieferprognosen für Motherboards wurden deutlich reduziert. Der Bericht wies darauf hin, dass alle taiwanesischen Motherboard-Hersteller ihre Lieferziele für 2026 deutlich gesenkt haben, wobei die erwarteten Verkäufe einiger Hersteller um mehr als 25 % zurückgingen. ASUS geht davon aus, im Jahr 2026 etwa 10 Millionen Motherboards zu verkaufen, während die Verkaufsprognosen von MSI und Gigabyte beide bei weniger als 10 Millionen liegen, was einem Jahresrückgang von etwa 25 % im Vergleich zu 2025 entspricht. ASRock befindet sich in der schwierigsten Situation und dem Bericht zufolge wird der Rückgang voraussichtlich 30 % erreichen.
Es ist erwähnenswert, dass Verbraucher zusätzlich zu CPU- und Speicherknappheit den Upgrade-Zyklus von NVIDIA-Grafikkarten verlangsamt haben, was sich auch auf die Motherboard-Verkäufe ausgewirkt hat. Insbesondere in der GPU-Generation „Blackwell“ begannen Verbraucher, PCIe 5.0-Motherboards zu kaufen, um die besten Leistungssteigerungen zu erzielen. Da diese GPUs jedoch aufgrund der weltweiten DRAM-Knappheit knapper und teurer geworden sind, ist die Bereitschaft der Verbraucher zu einem Upgrade deutlich geringer.
Um die Sache noch komplizierter zu machen, hat sich die Kostenstruktur für die Montage von PCs grundlegend geändert. Nach dem Anstieg der Speicherpreise machen DRAM-Sets derzeit mehr als 30 % der PC-Kosten aus. Im DIY-PC-Bereich beeinträchtigt der Mangel an AMD- und Intel-CPUs auch die Möglichkeiten der PC-Monteure, neue Motherboards zu kaufen, und es besteht weiterhin Unsicherheit darüber, wann die gesamte Lieferkette entlastet wird. Im aktuellen Marktumfeld, in dem die Verbraucher großen Upgrades gegenüber zurückhaltend sind, wird der Gaming-PC-Markt in den kommenden Monaten voraussichtlich einen erheblichen Einbruch erleiden. Sogar AMD-CEO Dr. Su Zifeng wies darauf hin, dass die Spielenachfrage in der zweiten Hälfte dieses Jahres zurückgehen wird, was zu weiteren negativen Erwartungen zur aktuellen Situation des PC-DIY-Marktes führt.