Die Pariser Staatsanwaltschaft berichtete am Donnerstag, dass die französische Aufsichtsbehörde für Cyberkriminalität die Ermittlungen gegen Elon Musk und seine soziale Plattform X zu einer strafrechtlichen Untersuchung hochgestuft hat. Französische Staatsanwälte gaben an, dass die zuständigen französischen Behörden am 20. April Vorladungen gegen Musk und Linda Yaccarino, die ehemalige CEO von X Platform, ausgestellt hätten. Beide weigerten sich, zur Befragung vor Gericht zu erscheinen.

Im Februar dieses Jahres durchsuchten französische Strafverfolgungsbehörden das Pariser Büro von Platform X. Musk bezeichnete die Untersuchung später als „politischen Angriff“.

Diese Untersuchung wurde Anfang 2025 vom französischen Kongressabgeordneten Eric Bertolel eingeleitet. Die Kernuntersuchung konzentriert sich auf zwei Hauptrichtungen: Erstens auf damit zusammenhängende Beschwerden, dass der X-Plattform vorgeworfen wird, durch Algorithmenmanipulation Einfluss auf die französische Politik zu nehmen und in sie einzugreifen; Zweitens wird Musk und X Platform vorgeworfen, dass sie Nutzern ihres KI-Chatroboters Grok absichtlich erlaubt haben, ohne Zustimmung der Beteiligten den Holocaust leugnende Bemerkungen sowie pornografische Deep-Fake-Bilder auf X Platform zu produzieren und zu verbreiten.

Grok wurde von xAI entwickelt, einem Unternehmen für künstliche Intelligenz im Besitz von Musk. xAI hat zuvor die X-Plattform erworben, die sich zu 100 % im Besitz von Musk befindet, und Anfang dieses Jahres die Fusion mit SpaceX, einem Unternehmen für recycelbare Raketen im Besitz von Musk, abgeschlossen. Eine Version von Grok wurde auch in Elektrofahrzeuge von Musks Autokonzern Tesla integriert.

Justizbehörden in vielen anderen Ländern und Regionen ermitteln ebenfalls gegen X Platform und Grok, und auch die kalifornische Generalstaatsanwaltschaft führt gleichzeitig entsprechende Ermittlungen durch.

Diese Untersuchungen konzentrieren sich im Allgemeinen auf die Frage, ob Musk und seine Unternehmen den Benutzern absichtlich erlaubt haben, ohne Zustimmung der Parteien pornografische Deepfakes einschließlich Material über sexuellen Kindesmissbrauch auf der Grundlage von Fotos oder Videos zu produzieren und zu verbreiten.

Berichten zufolge hat das US-Justizministerium im April dieses Jahres die zuständigen französischen Ministerien darüber informiert, dass es die Ermittlungen gegen Musk und X Platform nicht unterstützen werde, und beschuldigte Frankreich außerdem, sich unangemessen in die Geschäftstätigkeit von US-Unternehmen einzumischen.

Sprecher von Musk und SpaceX haben noch nicht auf Anfragen nach Kommentaren geantwortet, und auch das US-Justizministerium und die Pariser Staatsanwaltschaft haben noch nicht auf diese Angelegenheit geantwortet.