Die Royal Air Force hat kürzlich den Kauf einer Reihe von „aufblasbaren Raketenstandorten“-Systemen angekündigt, um die Bedrohung durch moderne Boden-Luft-Raketen im tatsächlichen Kampftraining zu simulieren. Diese realistisch aussehenden aufblasbaren Trägerraketen sind keine Spielerei oder einfache Kosteneinsparmaßnahme, sondern Teil einer neuen Generation von „Sting“-Trainingssystemen, die Kampfpiloten dabei helfen sollen, Taktiken und Vorgehensweisen gegen Bedrohungen an Land und in der Luft zu üben.

Dies ist nicht das erste Mal, dass aufblasbare Ausrüstung zur militärischen Täuschung und Ausbildung eingesetzt wird. Bereits im Zweiten Weltkrieg setzten die Alliierten eine große Anzahl aufblasbarer Panzer, Lastwagen, Jeeps, Artillerie und sogar Flugzeuge ein, um die feindliche Aufklärung zu verwirren, indem sie Stützpunkte, Versorgungsdepots und integrierte Truppen tarnten, was es den Achsenmächten erschwerte, den tatsächlichen Truppeneinsatz genau zu bestimmen. Heute baut die Royal Air Force auf dieser Tradition auf, indem sie aufblasbare Ausrüstung mit moderner elektronischer Gegenmaßnahmentechnologie kombiniert, um eine komplexere und realistischere Trainingsumgebung zu schaffen.

Die Royal Air Force gab an, dass das „Sting“-System gemeinsam mit dem Verteidigungsunternehmen Draken Company entworfen und gebaut wurde. Sein Hauptzweck besteht darin, komplexe Boden-Luft-Raketensysteme (SAM) genau nachzubilden und Kampfpiloten der vierten und fünften Generation ein erstklassiges Konfrontationstraining zu bieten. Zu den am Training teilnehmenden Plattformen gehören der „Eurofighter Typhoon FGR4“ und der von Lockheed Martin entwickelte Jäger F-35B „Lightning II“.

Anders als der traditionelle Eindruck von „aufblasbaren Zielen“ ist das „Sting“-System weit mehr als nur realistisch im Aussehen. Im Einsatz kann das System realistische elektronische Bedrohungssignale in Echtzeit erzeugen, die die Bordsensoren moderner Kampfflugzeuge herausfordern. In einer realen Flugumgebung müssen Piloten Bedrohungserkennung, Situationsanalyse, taktische Manöver sowie Unterdrückungs- oder Zerstörungsaufgaben erfüllen, genau wie bei einem echten feindlichen Luftverteidigungssystem, und ihre umfassenden Reaktionsfähigkeiten auf komplexe elektromagnetische und Luftverteidigungssysteme verbessern.

Während der eigentlichen Übung werden die Piloten auch mit dem von Draken bereitgestellten Reichweitenkontrollsystem Phantom Sky konfrontiert, das einen vollständigen Satz simulierter Luftverteidigungsnetzwerke aufbauen kann, die dynamisch reagieren können. Phantom Sky kann auf der Grundlage der Aktionen des Piloten in Echtzeit reagieren und taktische Anpassungen vornehmen, sodass das simulierte Luftverteidigungssystem ähnlich wie in realen Feindsituationen „Konfrontation“ und „Anpassungsfähigkeit“ zeigen kann, was die Trainingsintensität und Unvorhersehbarkeit weiter verbessert.

Trotz der rasanten Entwicklung von Technologien wie elektronischer Kriegsführung, Computer Vision und multispektralen Sensoren betont die Royal Air Force immer noch die Bedeutung der visuellen Identifizierung. Sie wiesen darauf hin, dass in vielen nahezu vollständig digitalen Kampfumgebungen die letzte Angriffsverbindung der Mission oft immer noch auf den „bloßen Augen“ des Piloten beruht, um das Ziel zu bestätigen, bei dem es sich um den sogenannten „Mark I Eyeball“ (mit bloßem Auge vom I-Typ) handelt. Die Positionen aufblasbarer Raketen bieten eine realistische visuelle Referenz für diesen Link.

Den Anstoß für die Einführung neuer Systeme wie „Sting“ gibt der rasant steigende Ausbildungsbedarf für Piloten der Royal Air Force in der aktuellen geopolitischen Lage. Um die Lücke in der Anzahl der Kampfpiloten und der Qualität der Ausbildung zu schließen, beschleunigt die Royal Air Force nicht nur das Ausbildungstempo, sondern erhöht auch die Einführung neuer Technologien. Ziel ist es, den Flugbesatzungen die Fähigkeit zu ermöglichen, in kürzerer Zeit mit komplexen Schlachtfeldern in mehreren Domänen umzugehen, die sich nicht nur auf den traditionellen Luftkampf beschränken.

Air Commodore Steve Berry, Kommandeur des Royal Air Force Air and Space Warfare Centre, sagte, die Einführung dieser Fähigkeit sei ein wichtiger Schritt vorwärts für die Royal Air Force im Umgang mit aktuellen und zukünftigen Bedrohungen. Er betonte, dass die Royal Air Force ihre Taktiken in Friedenszeiten kontinuierlich testen und optimieren kann, indem sie Kampfflugzeugbesatzungen mit einem glaubwürdigeren „feindlichen“ Luftverteidigungssystem in der Ausbildung ausstattet und so in potenziellen zukünftigen Konflikten einen Vorteil behält.

Berichten zufolge werden das „Sting“-System und seine unterstützenden elektronischen Simulations- und Reichweitenkontrolllösungen in Zukunft weiter verbessert, um sich an die sich weiterentwickelnden Luftverteidigungstechnologien und Kampfstile anzupassen. Die Royal Air Force ist davon überzeugt, dass diese umfassende Trainingsplattform, die aufblasbare Tarnung, elektronische Gegenmaßnahmen und reale Flugübungen integriert, eine Schlüsselkomponente ihres Pilotentrainingssystems werden und den Grundstein für den Umgang mit einer neuen Generation von Luftverteidigungs- und Flugabwehrbedrohungen legen wird.