Der US-Bundesstaat Kalifornien testet ein neues Verkehrskontrollsystem namens „Smart Highways“, das dazu führen kann, dass einige Fahrer bis zu vier Minuten lang von Ampeln an der Auffahrt angehalten werden, bevor sie auf die Autobahn gelangen. Das Verkehrsministerium geht jedoch davon aus, dass dies dazu beitragen wird, die Überlastung der Hauptstrecke zu verringern und die Pendelzeit insgesamt zu verkürzen.

Am 1. dieses Monats eröffnete die Riverside County Transportation Commission einen etwa 8 Meilen langen Pilotabschnitt für intelligente Autobahnen auf dem nördlichen Abschnitt der Interstate 15 in Temecula. Berichten zufolge wurden drei örtliche Rampen – Temecula Parkway, Rancho California Road und Winchester Road – an ein neues Rampensignalsteuerungssystem angeschlossen, und mithilfe von Algorithmen wird einheitlich geplant, wann Fahrzeuge in die Hauptverkehrslinie einfahren dürfen.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Rampensignalen, die feste, kurzzeitige Freigaben verwenden, bestimmt dieses System die Freigabehäufigkeit dynamisch basierend auf den Verkehrsbedingungen in Echtzeit. Daher kann sich die Wartezeit eines einzelnen Fahrzeugs an der roten Ampel erheblich verlängern, und einige Fahrer müssen möglicherweise sogar vier Minuten oder länger warten, bevor sie auf die Autobahn einfahren. Obwohl die Wartezeit erheblich länger ist, glauben Verkehrsbeamte, dass durch die „Begrenzung des Verkehrsflusses“ an der Einfahrt die häufigen Anfahr-, Brems- und Warteschlangenphänomene auf der Hauptstrecke gemildert werden können, wodurch die Gesamteffizienz des Verkehrsflusses verbessert wird und die Fahrer weniger Zeit auf dem gesamten Straßenabschnitt verbringen müssen als beim herkömmlichen Rampensignalsystem.
Das Pilotprogramm wird rund 33 Millionen US-Dollar kosten und ist auf zwei Jahre angelegt. David Knudsen, Sprecher der Riverside County Transportation Commission, sagte, wenn das Pilotprojekt erfolgreich sei, werde das System auf andere Straßenabschnitte im Landkreis ausgeweitet und könnte in Zukunft auch auf anderen Engpassstraßenabschnitten in Kalifornien eingesetzt werden. Er betonte, dass der Einsatz einer intelligenten Steuerung zur Verbesserung der Betriebseffizienz des bestehenden Straßennetzes im Vergleich zu hohen Investitionen in die Verbreiterung der Fahrspuren eine wirtschaftlich sinnvollere Option sei.
Der Autobahnabschnitt zwischen Temecula und Murrieta ist seit langem für Staus bekannt: Unter idealen Bedingungen ohne Verkehr dauert die Fahrt etwa 10 Minuten, während der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit benötigen Autofahrer jedoch oft 25 bis 45 Minuten, um durchzukommen. Die lokale Regierung hofft, den Pendlerdruck auf diesem „Engpass“-Abschnitt durch ein ausgefeilteres Rampenmanagement ohne großflächigen Straßenausbau zu verringern.

Als Reaktion auf externe Bedenken hinsichtlich „potenziell gefährlicher, durch künstliche Intelligenz gesteuerter Systeme“ stellte Knudsen ausdrücklich klar, dass dieses intelligente Hochgeschwindigkeitssystem nicht im allgemeinen Sinne von künstlicher Intelligenz angetrieben wird. Das System basiert auf fortschrittlichen, auf der Straße verlegten Sensoren, um die Verkehrsgeschwindigkeit, den Verkehrsfluss und andere Daten in Echtzeit zu überwachen, und passt sich dann entsprechend einer voreingestellten Logik an, anstatt von KI mit autonomen Lern- und Entscheidungsfähigkeiten gesteuert zu werden. Er sagte, dass die koordinierte Steuerung mehrerer Rampen einen reibungsloseren und kohärenteren Verkehrsfluss auf der Hauptstraße gewährleisten soll.
Tatsächlich sind intelligente Autobahnen nicht die ersten ihrer Art in Kalifornien. Bereits im Jahr 2020 hat Australien auf einigen Straßenabschnitten eine ähnliche Technologie eingesetzt; Viele Autobahnen wie die Interstate 25 in Denver, Colorado, haben ebenfalls entsprechende Systeme eingeführt. Die vor Ort veröffentlichten Daten sind durchaus auffällig: Auf entsprechenden Straßenabschnitten in Australien hat sich die Reisezeit um etwa 35 % bis 65 % verkürzt; Auf Autobahnabschnitten in Denver wurde die Fahrzeit um etwa 20 % verkürzt.
Nach Ansicht der Befürworter wird der Smart Highway ein „kostengünstiges“ Angebot sein, wenn das kalifornische Pilotprojekt die Verbesserungseffekte von Australien und Denver wiederholen kann, selbst wenn die Fahrer noch ein paar Minuten vor der Rampe warten müssen und die Gesamtreisezeit erheblich verkürzt wird. Wie im tatsächlichen Betrieb ein Gleichgewicht zwischen Effizienzsteigerung und öffentlicher Erfahrung hergestellt werden kann, muss jedoch noch in diesem zweijährigen Pilotprojekt geklärt werden.