Eine Nintendo-Patentklage, die einst als große Bedrohung für das beliebte Survival-Building-Spiel „Pallu“ galt, stellt für Entwickler Pocketpair möglicherweise kein wesentliches Risiko mehr dar. Kürzlich veröffentlichten Gerichtsdokumenten und Verhandlungsplänen zufolge hat dieser hochkarätige Patentstreit eine bedeutende Wendung genommen.

Im September 2024 reichten Nintendo und The Pokémon Company gemeinsam beim japanischen Bezirksgericht Tokio eine Klage gegen Pocketpair ein und beschuldigten „Eidolon Pallu“, eine Reihe gemeinsamer Patente beider Parteien verletzt zu haben, darunter das Spielsystem zum Fangen virtueller Kreaturen und zum Wechseln reitbarer Reittiere auf halbem Weg. Der Kläger hatte die Abstellung der Rechtsverletzung und Schadensersatz verlangt.
Den neuesten von Games Fray veröffentlichten öffentlichen Aufzeichnungen zufolge haben Nintendo und The Pokémon Company ihre Behauptungen jedoch im November 2025 revidiert. Diese Änderung hat den tatsächlichen Umfang des Falles stark eingeschränkt und das Ziel der Anschuldigung vor Ende 2024 und Mitte 2025 auf die alte Version von „Eidolon Parlu“ beschränkt. Es ist erwähnenswert, dass Pocketpair nach Einreichung der Klage proaktiv zwei wichtige Updates am Spiel vorgenommen hat, um Patentstreitigkeiten zu vermeiden.

Patentanalyst Florian Müller wies darauf hin, dass die überarbeitete Klageschrift es Nintendo unmöglich mache, auf allen Plattformen einen sinnvollen Unterlassungsanspruch gegen die aktuelle Version von „Phantom Pallu“ geltend zu machen. Damit stellt die Klage keine Gefahr mehr für die offizielle Version von „Eudemons Pallu“ 1.0 dar, deren Veröffentlichung für den 10. Juli 2026 geplant ist.
Der Fall ist noch anhängig. Das Bezirksgericht Tokio soll am 1. Oktober 2026 eine Beweisverhandlung abhalten, bei der beide Parteien Beweise vorlegen werden. Es wird erwartet, dass das Gericht seine vorläufige Stellungnahme am 9. November desselben Jahres abgibt. Zu diesem Zeitpunkt wird die Außenwelt klarer beurteilen können, wie viel Spielraum Nintendos Rechtsstreitigkeiten haben.

Laut der überarbeiteten Klage Ende 2025 werden ihre tatsächlichen Vorteile äußerst begrenzt sein, selbst wenn Nintendo und die Pokémon Company die Klage letztendlich gewinnen. Nintendo forderte zuvor von Pocketpair 5 Millionen Yen (ca. 31.000 US-Dollar) wegen Patentverletzung, während The Pokémon Company separat den gleichen Betrag geltend machte.
Da sich der Fall mittlerweile nur noch gegen ältere Versionen des Spiels richtet, ist es nicht mehr möglich, eine einstweilige Verfügung mit tatsächlicher Wirkung zu erwirken. Der maximale Streitwert beträgt nur 10 Millionen Yen (ca. 62.000 US-Dollar) zuzüglich Zinsen.