Das iPhone-Teilewerk der indischen Tata Group in Hosur, Tamil Nadu, ist aufgrund von Umweltverschmutzungsvorwürfen erneut in den Fokus der lokalen öffentlichen Meinung gerückt. Nach einem Bauernprotest, der beinahe zu einem gewaltsamen Konflikt eskalierte, hat das örtliche Gesundheitsamt eine neue Untersuchung der Umweltverschmutzungsprobleme der Fabrik eingeleitet.

Früheren Berichten zufolge hatte das Tamil Nadu Pollution Control Board (TNPCB) bereits am 15. Juni 2026 damit gedroht, der iPhone-Fabrik in Tata die Einstellung der Produktion zur Sanierung anzuweisen, da bei mehreren Inspektionen festgestellt wurde, dass kontaminiertes Abwasser der Fabrik in umliegende Brunnen versickert war. Die Regulierungsbehörde warf Tata außerdem vor, nicht effektiv auf die von der TNPCB eingereichten Beschwerden reagiert zu haben. Doch nur einen Tag später, am 16. Juni, stellte die TNPCB das entsprechende Verfahren abrupt ein. Tata sagte später, dass die unabhängige Untersuchung gezeigt habe, dass die Fabrik in Übereinstimmung mit den einschlägigen Umweltvorschriften arbeite und dass die indischen Regulierungsbehörden „beschlossen hätten, diesbezüglich keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen“.

Laut dem neuesten Bericht von Reuters führt das örtliche indische Gesundheitsamt jedoch immer noch eine unabhängige Untersuchung durch, die auf formellen Beschwerden von umliegenden Landwirten basiert. Laut einem Inspektionsbericht, der an Tata weitergeleitet wurde, stellten die Ermittler fest, dass am Standort Ableitungen einen „starken Gestank“ verströmten und die umliegenden Wasserquellen „für die Trinkwasserversorgung von Nutztieren ungeeignet“ machten. Der Bericht wies auch darauf hin, dass die Anwohner aufgrund der Verschmutzung unter hautbedingten Gesundheitsproblemen litten, was bei den ländlichen Gemeinden große Unzufriedenheit und Besorgnis über die Abwassereinleitung der Fabrik hervorrief.

Während die Überwachung und die Ermittlungen noch andauerten, kam es am 15. Juni zu Spannungen vor Ort. An diesem Tag betrat eine Gruppe lokaler Bauern das Gelände der Tata-Fabrik, um Fotos von einem angeblich kontaminierten Teich zu machen. Der Beschreibung zufolge zückte dann ein Sicherheitsbeamter der Fabrik eine Waffe, und die Bauern behaupteten, sie hätten auf der Stelle gerufen: „Dann erschieß uns.“ Der Sicherheitsbeamte machte daraufhin einen Rückzieher und die Situation eskalierte nicht zu Gewalt.

Die aktuelle Gesundheitsuntersuchung geht mindestens auf Ende Mai 2026 zurück, als die TNPCB eine Runde von Umweltinspektionen für die Anlage abschloss. Die Tata-Fabrik in Hosur, die hauptsächlich iPhone-Rückseitenhüllen und andere Schlüsselkomponenten herstellt, ist ein wichtiger Teil der Bemühungen von Apple, seine Produktionspräsenz in Indien in den letzten Jahren zu erweitern. Seit Tata im Jahr 2023 die iPhone-Fabrik von Wistron in Indien übernommen hat, hat die Gruppe die damit verbundenen Investitionen weiter erhöht und im Jahr 2024 eine Kooperation mit Pegatron geschlossen, die plant, mehr als 1 Milliarde US-Dollar in den Ausbau der iPhone-Produktionskapazitäten in Tamil Nadu zu investieren.

Bisher haben weder Tata noch sein Partner Pegatron öffentlich auf die jüngste Untersuchung zu Umweltverschmutzung und Gesundheit reagiert. Apple hat noch keinen offiziellen Kommentar zu dieser Angelegenheit abgegeben.