OpenAI hat am Mittwoch offiziell seinen ersten selbst entwickelten Prozessor für künstliche Intelligenz Jalapeño angekündigt. Dieser Chip wurde gemeinsam von OpenAI und Broadcom entwickelt. Es ist hauptsächlich auf KI-Inferenzaufgaben ausgerichtet, bei denen es sich um die zentrale Rechenverbindung handelt, die es dem Modell ermöglicht, auf Benutzeranfragen zu reagieren, Agenten wie Codex auszuführen und ChatGPT-Antworten zu generieren. Dies bedeutet, dass OpenAI die Computerinfrastruktur weiter unter seine Kontrolle bringt, um seine Abhängigkeit von Nvidia-GPUs zu verringern.

Jalapeño wird als ASIC klassifiziert, bei dem es sich um einen anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreis handelt. Im Gegensatz zu einer Allzweck-GPU handelt es sich um einen Chip, der auf bestimmte Zwecke zugeschnitten ist. OpenAI gab an, dass dieser Chip nicht nur bestehende große Sprachmodelle unterstützen muss, sondern sich auch an zukünftige Modelle der neuen Generation anpassen muss und als erste Stufe seiner „Multi-Generation-Computing-Plattform“ gilt. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Chip Ende 2026 in Betrieb gehen wird.

Laut einer gemeinsamen Erklärung von OpenAI und Broadcom dauerte Jalapeño vom Entwurf bis zur Formung nur etwa neun Monate. Während des Entwicklungsprozesses waren OpenAI-Ingenieure am Chipdesign beteiligt, und Broadcom war für die Herstellung und die damit verbundene Integration der Netzwerktechnologie verantwortlich. OpenAI erwähnte auch, dass Chipproben im Labor ausgeführt und mit seinem GPT-5.3-Codex-Spark-Modell unter angestrebten Stromverbrauchs- und Leistungsbedingungen getestet wurden. Das Unternehmen sagte, vorläufige Tests zeigten, dass der Chip die derzeit führenden Lösungen in Bezug auf die Leistung pro Watt deutlich übertreffen werde, die endgültigen Leistungsmetriken würden jedoch noch evaluiert.

Aus Positionierungssicht soll Jalapeño nicht allgemeine KI-Beschleuniger ersetzen, sondern gezielt Inferenzszenarien bedienen. Richard Ho, Hardware-Leiter bei OpenAI, sagte, dass dieser Chip eine gute Anpassungsfähigkeit für zukünftige Iterationen verschiedener großer Sprachmodelle beibehalten wird. Hock Tan, CEO von Broadcom, sagte in einem Interview mit Reuters, dass die Leistung dieses Chips mit Nvidia Blackwell-Chips und Google TPU vergleichbar sei.

Diese Zusammenarbeit ist für OpenAI auch ein wichtiger Schritt, um die Strategie des „Aufbaus eines eigenen gesamten Technologie-Stacks“ voranzutreiben. Greg Brockman, Präsident von OpenAI, sagte, dass die Entwicklung weiterer zugrunde liegender Systeme selbst dazu beitragen werde, „mehr Intelligenz mit höherer Effizienz bereitzustellen“ und die breitere Verfügbarkeit fortschrittlicher KI zu fördern. Öffentliche Informationen zeigen auch, dass OpenAI hofft, die Argumentationskosten zu senken und die Einsatzeffizienz seiner KI-Produkte in ChatGPT, API und zukünftigen Agentenprodukten zu verbessern.

Die Außenwelt betrachtet diese Veröffentlichung im Allgemeinen als offizielles Signal dafür, dass OpenAI in den KI-Chip-Wettbewerb eingestiegen ist. Wenn die anschließende Massenproduktion und Bereitstellung reibungslos verlaufen, wird Jalapeño OpenAI nicht nur dabei helfen, in einem Umfeld mit knapper Rechenleistung mehr Initiative zu ergreifen, sondern könnte auch langfristig seine Abhängigkeitsstruktur von externen Chiplieferanten ändern.