Ein Gerät, das die ursprünglichen PlayStation-Spiele direkt in den Controller integrieren kann – diese kühne und kreativ klingende Idee stand bei Sony einst kurz davor, Wirklichkeit zu werden. Kürzlich präsentierte der ehemalige Mitarbeiter von Sony und DMA Design, Brian „Bisji“ Watson, auf einer Veranstaltung von The Retro Collective, einem britischen Retro-Gaming-Museum, einen noch nie zuvor veröffentlichten Sony-Hardware-Prototyp und enthüllte die Geschichte dahinter.

Bei diesem Gerät mit dem Namen „PlayStation PUGA“ handelt es sich im Wesentlichen um einen DualShock-Controller mit einem vollständigen integrierten PS1-Hardwaresystem. Es ist mit dem TI-OMAP3530-Chipsystem von Texas Instruments (einschließlich ARM-Architektur-CPU) ausgestattet, wird von vier AA-Batterien betrieben, ist über ein Composite-Videokabel mit dem Fernseher verbunden und verfügt über zehn vorinstallierte PS1-Spiele.
Watson verriet, dass das Gerät nur für den brasilianischen Markt geplant sei. Zu dieser Zeit gab es in Brasilien strenge Beschränkungen für importierte elektronische Produkte. Spielekonsolen über offizielle Kanäle waren teuer und schwer zu erwerben. Die meisten Produkte auf dem Markt waren Parallelimporte oder Schwarzmarktprodukte. Sony hofft, mit diesem kostengünstigen All-in-One-Plug-and-Play-Gerät auf legale und menschenfreundliche Weise in diesen speziellen Markt einzutreten.

Trotz klarer Designvorstellungen und klarer Marktpositionierung gelang es diesem genialen Produkt letztlich nicht, in Serie zu gehen. Watson erinnerte sich unverblümt: „Leider war Sony nie in der Lage, die Frage der Urheberrechtssteuern und -gebühren im Hinblick auf die Lizenzierung zu klären.“
Die Wurzel des Problems liegt darin, dass es verschiedenen Abteilungen bei Sony nicht gelungen ist, eine Einigung über die Aufteilung der Urheberrechte an vorinstallierten Spielen zu erzielen. Dies führte direkt dazu, dass das Projekt ins Stocken geriet und schließlich abgebrochen wurde. Watson bedauerte dies zutiefst und verriet sogar: „Ich hätte Sony deswegen fast verlassen.“

Auch wenn der Prototyp als verstaubtes Stück Sony-Hardware-Geschichte derzeit nicht in Betrieb genommen werden kann, lässt er dennoch viele Spieler und Sammler vor Rührung aufatmen: Wäre diese „Griffkonsole“ damals erfolgreich auf den Markt gekommen, hätte die Evolution der Spiele-Hardware möglicherweise einen interessanten Abzweig.