Die Wettbewerbsstrategie von Samsung im hochmodernen Gießereibereich ändert sich still und leise. Die jüngste Veröffentlichung der Prozessor-Roadmap der Exynos-Serie zeigt, dass der südkoreanische Technologieriese nicht bestrebt ist, den Prozess voranzutreiben, sondern plant, mehrere Jahre lang an seinem 2-nm-Gate-All-Around-Prozessknoten (GAA) zu arbeiten, was bedeutet, dass die Einführung seines ersten 1,4-nm-Exynos-Chips möglicherweise drei Generationen von Produktänderungen erfordert.

Obwohl diese strategische Anpassung es TSMC ermöglichen könnte, die Chance im fortgeschritteneren 1,4-nm-Prozess zu nutzen, glauben Branchenanalysten, dass dieser Schritt für Samsung, das seit langem unter Ertragsproblemen leidet, als langfristig gute Medizin angesehen werden kann.
Den bisher veröffentlichten Angaben zufolge wird TSMC voraussichtlich bereits im Jahr 2028 mit der Massenproduktion seines 1,4-nm-Prozesses beginnen. Im Gegensatz dazu wird sich Samsungs Tempo bei der Kommerzialisierung seines 1,4-nm-Knotens bis etwa 2029 verzögern und damit fast ein Jahr hinter seinen Konkurrenten zurückbleiben. Spezifisch für die Produktlinie wird Samsungs erster Chip, der in den 2-Nanometer-Bereich vordringt, der Exynos 2600 sein, und die nachfolgenden Modelle Exynos 2700 und Exynos 2800 werden voraussichtlich weiterhin im 2-Nanometer-Bereich bleiben. Unter anderem könnte der Exynos 2800 den 2-Nanometer-GAA-Prozess der dritten Generation namens SF2P+ verwenden, um die Leistung, den Stromverbrauch und die Flächenleistung des Chips durch schrittweise Iterationen zu optimieren. Erst wenn der Austausch dieser drei Produktgenerationen abgeschlossen ist, wird der Exynos 2900, der erste 1,4-nm-SoC, offiziell vorgestellt.

In der Vergangenheit war Samsung oft daran interessiert, mit TSMC einen erbitterten „First-Launch“-Kampf um die Prozesstechnologie zu führen, um in kurzer Zeit die Aufmerksamkeit der Branche zu gewinnen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass radikale Prozessverbesserungen leicht zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen für Unternehmen führen können, wenn der Ertrag nicht garantiert werden kann. Da die geschätzten Kosten von TSMC für jeden 1,4-nm-Wafer bis zu 45.000 US-Dollar betragen könnten, sieht sich Samsungs Design-Einheit (LSI), die für die Marke Exynos verantwortlich ist, beim Kauf von Wafern aus ihrer eigenen Gießereieinheit ebenfalls mit ähnlich hohen Angeboten konfrontiert. Wenn der Prozess nicht vollständig ausgereift ist und die Ausbeute niedrig ist, werden die Produktionskosten jedes Exynos-Chips erheblich steigen.
Daher entschied sich Samsung, das 1,4-nm-Projekt nicht überstürzt zu starten, sondern konzentrierte sich stattdessen auf die Stabilisierung und Optimierung der 2-nm-Prozessausbeute. Indem dem 1,4-nm-Prozess ein ausreichenderer Forschungs- und Entwicklungs- und Reifezyklus verliehen wird, wird dies nicht nur die kommerzielle Rentabilität der Folgeprodukte der LSI-Abteilung sicherstellen, sondern auch dazu beitragen, dass Samsungs Foundry-Geschäft so schnell wie möglich Gewinne erwirtschaftet. Dies zeigt, dass Samsung ein stabileres Gleichgewicht mit einer pragmatischeren Geschäftshaltung zwischen dem Streben nach Führungsposition in der Oberflächentechnologie und der Aufrechterhaltung der langfristigen Unternehmensrentabilität anstrebt.