Arvind Krishna, CEO von IBM, gab eine eindringliche Warnung heraus, und der Aktienkurs des Unternehmens stürzte ab, was voraussichtlich die schlechteste Tagesperformance in der Geschichte dieses 115 Jahre alten Unternehmens verzeichnen wird. Der Aktienkurs von IBM fiel nach Börseneröffnung um 24 %. Der größte Tagesrückgang in der Unternehmensgeschichte ereignete sich am „Schwarzen Montag“ am 19. Oktober 1987. Die Aktie fiel an diesem Tag um 23,7 %, was gleichzeitig den tragischsten Absturz in der Geschichte des US-Aktienmarktes zur Folge hatte.

IBM-Campus in Foster City, Kalifornien, Mittwoch, 14. Juni 2023
IBM wird seinen vierteljährlichen Finanzbericht am 22. Juli offiziell veröffentlichen. Krishna gab im Vorfeld eine Leistungswarnung bekannt und sagte, dass die Geschäftstätigkeit des Unternehmens in den letzten drei Monaten unter Druck gestanden habe: Unternehmenskunden hätten ihre Technologiebudgets erheblich angepasst und beeilten sich, Server, Speicherausrüstung und Speicherchips zu kaufen, die für KI-Rechenzentren benötigt würden.
Kunden kürzten ihre Budgets für den neuen z17-Mainframe von IBM, da Mittel umgeleitet wurden. Dieser Host war ursprünglich das Kernprodukt, auf das IBM setzte, um im KI-Zeitalter Unternehmenskunden zu gewinnen.
„Die tatsächliche Betriebssituation war schlimmer als wir erwartet hatten, und wir haben uns nicht schnell genug angepasst“, sagte Krishna in einer Erklärung zu den Ergebnissen des zweiten Quartals.
In den letzten Monaten ist die Nachfrage nach Kernkomponenten in Rechenzentren explodiert und die Preise für Chips (insbesondere Arbeitsspeicher und Speicherprozessoren) sind in die Höhe geschossen. Apple hat die Preise für Macs und iPads bereits erhöht, und es wird erwartet, dass andere Technologieunternehmen diesem Beispiel mit Preiserhöhungen folgen.
IBM hatte schon zuvor Veränderungen in der Branche vorhergesagt, aber die Verhaltensänderung der Kunden, die sich beim Kauf von Chip-Geräten beeilte und zentralisierte Einkäufe tätigte, während die Preise noch kontrollierbar waren, übertraf die Erwartungen des Unternehmens bei weitem.
Krishna sagte: „Unsere Leistungserwartungen haben die Auswirkungen einiger Lieferketten berücksichtigt, aber wir haben nicht mit einer so drastischen Anpassung der Investitionsprioritäten der Unternehmen gerechnet.“
IBM fügte hinzu, dass die Einführung des Mythos-Großmodells durch Anthropic die Kunden ebenfalls vom Kauf abgelenkt habe. Das KI-Unternehmen hat gewarnt, dass Mythos Hackern Tools zur Verfügung stellen wird, mit denen sie Netzwerksicherheitslücken in Unternehmenssystemen ausnutzen können. Viele Großkunden haben daher ursprünglich für dieses Quartal geplante groß angelegte Kooperationsaufträge ausgesetzt.
„Das aktuelle Marktumfeld erfordert vom Team äußerste Effizienz, aber wir haben in diesem Quartal Ausführungsfehler gemacht. Das sind keine Ausreden, sondern objektive Realitäten.“ Sagte Krishna.
Er sagte, dass IBM schnell innovative Lösungen auf den Markt bringt, um mit dieser Runde der Turbulenzen in der Branche umzugehen. Um sich gegen die Sicherheitsrisiken von Mythos abzusichern, brachte das Unternehmen kurzfristig die Open-Source-Sicherheitssoftware Lightwell auf den Markt.
Die vorläufigen Betriebsdaten des Unternehmens zeigten, dass der Umsatz im letzten Quartal im Jahresvergleich nur um 1 % stieg und der unbereinigte Gewinn pro Aktie um 2 % sank. Beide Indikatoren lagen unter den internen Erwartungen.
Wie bei vielen Technologieunternehmen schwankte auch der Aktienkurs von IBM in diesem Jahr weiter und schwächte sich ab. Die Aktie ist seit 2026 um 2 % gefallen, was es für Anleger im Technologiesektor schwierig macht, zu beurteilen, wie sich jedes Unternehmen an die sich schnell verändernde Branchenlandschaft anpassen sollte.