Laut dem neuesten Bericht der Financial Times gelang es der iranischen Regierung, den Aufenthaltsort mehrerer US-Militärangehöriger zu ermitteln, indem sie während der Vorbereitungen für den Krieg im Iran und in der Anfangsphase des Konflikts bekannte Sicherheitslücken in der globalen Telekommunikationsinfrastruktur ausnutzte.

Nach Angaben der Forschungsorganisation Mobile Surveillance Monitor und bestätigt durch mehrere anonyme Regierungsbeamte, die mit den Spionageaktivitäten vertraut sind, nutzte der Iran hauptsächlich Schwachstellen im SS7 (Signalisierungssystem Nr. 7) aus. SS7 ist eine Reihe von Protokollen, die in 2G- und 3G-Netzwerken verwendet werden. Es ist seit langem das Rückgrat der globalen Mobilfunknetzverbindung und für die Weiterleitung von Anrufen und Textnachrichten verantwortlich. Dies ist nicht das erste Mal, dass Geheimdienste Lücken in diesem Abkommen nutzen, um Mobilfunksignale im Ausland zu verfolgen. Diesmal hat der Iran ähnliche Methoden angewendet.
Mit diesen technischen Mitteln zielte der Iran erfolgreich auf US-Militärstützpunkte und Hotels im Irak, in Bahrain und anderen Ländern im Nahen Osten und führte dann Militärangriffe auf diese Ziele durch, die viele Verletzte verursachten.
Neben der SS7-Schwachstelle wird dem Iran auch der Einsatz von Werbetechnologie (AdTech) zur Umsetzung der Überwachung vorgeworfen. Mit dieser Methode wird die geografische Verfolgung spezifischer Ziele erreicht, indem das System missbraucht wird, das ursprünglich zum Senden gezielter Werbung an Mobiltelefonbenutzer verwendet wurde, was erneut die Verwundbarkeit der täglichen Geschäftstechnologie in extremen Sicherheitsumgebungen verdeutlicht.