Netflix veröffentlichte seinen neuesten Finanzbericht am 16. Juli Eastern Time. Da der Umsatz im zweiten Quartal hinter den Markterwartungen zurückblieb und das Unternehmen ankündigte, die Häufigkeit der Veröffentlichung von Berichten zum Nutzerengagement zu reduzieren, waren die Anleger besorgt über einen verschärften Branchenwettbewerb und eine abnehmende Informationstransparenz. Davon betroffen stürzte der Aktienkurs von Netflix an diesem Tag im nachbörslichen US-Aktienhandel um 5,9 % ab.

Aus dem Finanzbericht geht hervor, dass Netflix im zweiten Quartal einen Umsatz von 12,56 Milliarden US-Dollar erzielte und damit etwas unter den Markterwartungen von 12,58 Milliarden US-Dollar lag. Der bereinigte Gewinn pro Aktie betrug 0,80 US-Dollar und lag damit leicht über den Markterwartungen von 0,79 US-Dollar. Darüber hinaus erwartet Netflix für das dritte Quartal einen Gewinn pro Aktie von 0,82 US-Dollar und einen Umsatz von 12,86 Milliarden US-Dollar, was beides unter den Erwartungen der Wall Street von 0,84 US-Dollar und 13 Milliarden US-Dollar liegt. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 von der bisherigen Spanne von 50,7 bis 51,7 Milliarden US-Dollar auf 51 bis 5,14 Milliarden US-Dollar knapp angepasst.

Während die Leistung des Unternehmens unter Druck steht, kündigte Netflix Änderungen an seinem Mechanismus zur Offenlegung von Benutzerdaten an. Netflix gab in einem Brief an die Aktionäre bekannt, dass ab dem ersten Quartal 2027 jährlich der halbjährliche Bericht „What We Watched“ zum Nutzerengagement veröffentlicht wird. Netflix betonte, dass sich das Engagement der Nutzer nicht nur in der Sehzeit widerspiegelt, sondern auch von der „Qualität und Vielfalt“ der Dienste abhängt. Zukünftig wird sich der Fokus der Offenlegung weiter auf zentrale Finanzkennzahlen wie Umsatz und Betriebsergebnis verlagern.

Dieser Schritt weckte schnell Zweifel am Markt. Mike Prue, Vizepräsident und Forschungsdirektor des Marktforschungsunternehmens Forrester, wies darauf hin, dass die Streaming-Medienbranche derzeit einer strengeren Prüfung des Nutzerengagements ausgesetzt sei, Netflix sich jedoch dafür entschieden habe, die Häufigkeit der Veröffentlichung von Berichten zu reduzieren. Er betonte, dass Netflix zwar behauptet, dass das Nutzerengagement nach wie vor gesund sei, Anleger jedoch mehr Datentransparenz verdienten, wenn dies tatsächlich der Fall sei, und nicht weniger.

Analysten wiesen darauf hin, dass mit der fortschreitenden Fusion von Paramount und Skydance und der weiteren Integration traditioneller Mediengiganten wie Warner Bros. Discovery der Wettbewerb in der Streaming-Media-Branche immer härter geworden sei. Gleichzeitig verkürzen Social-Media-Plattformen wie TikTok und YouTube die Sehdauer langer Videonutzer stark. Die Anpassung des Offenlegungsmechanismus von Netflix hat zweifellos die Risikoaversion des Marktes verstärkt. Zum Handelsschluss am 16. lag der Aktienkurs von Netflix bei 131,11 US-Dollar, was einem kumulierten Rückgang von 21 % in diesem Jahr entspricht.