Microsoft-Vertreter haben kürzlich eine formelle Stellungnahme zu den seit langem kritisierten Benennungsregeln für Windows-Updates abgegeben. Microsoft räumt ein, dass es in der Vergangenheit hinsichtlich der Terminologie rund um Windows 11-Updates Verwirrung gegeben hat, und hat eine detaillierte Dokumentation veröffentlicht, um zu klären, wie das Betriebssystem in Zukunft aktualisiert wird. Chris Morrissey, Senior Director of Communications bei Microsoft, bestätigte, dass das Unternehmen die Definition verschiedener Updates streng standardisiert, damit IT-Administratoren und Windows-Benutzer den spezifischen Inhalt jedes Updates besser verstehen können.

In der Vergangenheit neigten Menschen dazu, Begriffe wie „B-Release“, Qualitätsupdates, Sicherheitsupdates, monatliche kumulative Updates und neueste kumulative Updates (LCU) zu verwechseln. Um das Verständnis zu vereinheitlichen, hat Microsoft zunächst die Positionierung des „Patch Tuesday“ geklärt. Dieses regelmäßige Update, das jeden zweiten Dienstag im Monat veröffentlicht wird, ist weiterhin kumulativ und enthält nicht nur die neuesten Treiber, Funktionen und Sicherheitspatches, sondern auch Sicherheits- und Nicht-Sicherheitsinhalte aus dem optionalen Vorschau-Update des letzten Monats. Das bedeutet, dass Benutzer einfach das neueste monatliche Update installieren können, ältere Versionen überspringen und ihre Geräte auf dem neuesten Stand halten können. Für normale Benutzer und kleine Unternehmen übernimmt das System den Vorgang automatisch über Windows Update; während große Unternehmen Tools wie Windows Autopatch, Intune oder WSUS für eine präzisere Bereitstellungssteuerung verwenden können.

Im zukünftigen Update-Mechanismus wird auch die mit Spannung erwartete „Hotpatch“-Funktion stärker zum Einsatz kommen. Hot-Patches übertragen und installieren Sicherheitsfixes direkt, ohne das Gerät neu zu starten. Microsoft stellte jedoch klar, dass dies nicht bedeutet, dass das System in Zukunft nicht neu gestartet werden muss. Der eigentliche Betriebsmechanismus ist: Das System muss noch ein „Baseline-Update“ durchführen, das vierteljährlich neu gestartet werden muss, um sicherzustellen, dass das Gerät mit allen neuesten Funktionen synchronisiert ist; Sobald diese Basislinie festgelegt ist, werden in den nächsten zwei Monaten nur reine Sicherheitskorrekturen durch Hot-Patches gepusht, ohne dass Neustartanforderungen erforderlich sind. Auf diese Weise wird die Anzahl der Neustarts für regelmäßige monatliche Updates deutlich reduziert, von zwölf auf vier Mal pro Jahr.

Darüber hinaus hat Microsoft auch das Konzept der ursprünglich allgemein als „Kategorie C“ und „Kategorie D“ bekannten Veröffentlichungen umgestaltet. In der Vergangenheit erhielten diese optionalen Vorschau-Updates ihren Codenamen aufgrund der Tatsache, dass sie normalerweise in der dritten oder vierten Woche eines jeden Monats veröffentlicht wurden. Jetzt nennt Microsoft sie offiziell „optionale, nicht sicherheitsrelevante Vorschau-Updates“. Obwohl der alte Name möglicherweise noch in Unternehmensverwaltungstools oder alten Dokumenten beibehalten wird, werden diese Updates in der zukünftigen Windows Update-Schnittstelle als „YYYY-MM Preview Update (YYYY-MM Preview Update)“ standardisiert. Solche Updates sind zudem kumulativ und zielen hauptsächlich auf die neueste Version von Windows-Systemen ab. Microsoft nutzt diesen Kanal häufig, um Reifetests durchzuführen, bevor neue Funktionen in großem Umfang eingeführt werden, beispielsweise die kürzlich getestete Point-in-Time-Wiederherstellungsfunktion. Wenn Sie nicht auf den automatischen Push warten möchten, können Benutzer die erweiterten Optionen der Systemeinstellungen aufrufen, um diese optionalen Updates manuell zu finden und zu installieren.

Als Reaktion auf Notfälle erläuterte Microsoft auch das Konzept der „Out of Band Updates (OOB)“. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Notfall-Patch für Sicherheitslücken mit hohem Risiko. Der Veröffentlichungszeitpunkt ist nicht festgelegt und kann plötzlich zwischen der zweiten und vierten Woche eines jeden Monats eintreffen. Obwohl einige OOBs optional sind, handelt es sich bei der überwiegenden Mehrheit um kumulative Updates, deren Installation dringend empfohlen wird. Sie werden in der Regel von IT-Administratoren in Unternehmen mithilfe professioneller Verwaltungstools überwacht und einheitlich bereitgestellt, um die Systemsicherheit zu gewährleisten.

Abschließend erläuterte Microsoft, wie die neuen Funktionen auf den Computern der Benutzer verfügbar sein werden. Neben jährlichen Hauptversionsaktualisierungen und App-Store-Updates basieren viele neue Funktionen in monatlichen Updates hauptsächlich auf dem Mechanismus „Controlled Feature Rollout (CFR, Controlled Feature Rollout)“. Dies bedeutet, dass der zugrunde liegende Code der entsprechenden Funktionen möglicherweise mit einem bestimmten Update auf den Computer des Benutzers heruntergeladen wurde, aber erst nach umfassenden Evaluierungsanweisungen vom Microsoft-Server offiziell aktiviert wird. Damit werden auch die Zweifel vieler Nutzer ausgeräumt, dass „nach dem Update keine neuen Features entdeckt wurden“. Für Unternehmen können IT-Teams diese CFR-Pushes über betriebswirtschaftliche Kontrolloptionen standardmäßig deaktivieren. Microsoft empfiehlt allen Benutzern, Sicherheitsupdates zu installieren, sobald diese verfügbar sind, und für diejenigen, die neue Funktionen so schnell wie möglich erleben möchten, ist die Teilnahme am Windows Insider-Programm nach wie vor die beste Möglichkeit, es offiziell zu empfehlen.