Die US-Feuerwehr testet derzeit autonome Drohnen, die Waldbrände direkt löschen können. Ziel ist es, Brände im Frühstadium im Keim zu ersticken und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Da das Ausmaß der Waldbrände von Jahr zu Jahr zunimmt, suchen Feuerwehren und verwandte Organisationen aktiv nach neuen Technologien, um die Brandbekämpfung zu unterstützen. Das in San Francisco ansässige Unternehmen Senner führte kürzlich Demonstrationen eines neuen Systems in Kalifornien, Montana, Utah und anderen Orten durch und erregte damit die Aufmerksamkeit der örtlichen Feuerwehren. Das System kann eine Flotte von fünf Löschdrohnen steuern, um Löscheinsätze mit minimalem menschlichen Eingriff durchzuführen.

Obwohl Feuerwehren Beobachtungsdrohnen bereits in großem Umfang eingesetzt haben, ist der direkte Einsatz von Drohnen zur Brandbekämpfung noch ein neuer Versuch. Die Reichweite und Wasserkapazität von Drohnen ist nicht mit denen von Wasserbombern zur Bekämpfung großer Brände vergleichbar, sie können jedoch schnell zum Einsatzort eilen, um potenziell gefährliche Brände kurz nach ihrer Entdeckung einzudämmen.

Es wird davon ausgegangen, dass jede Drohne etwa 100 Pfund Wasser oder feuerhemmendes Mittel transportieren kann und eine Hin- und Rückreichweite von bis zu 10 Meilen hat. Wird der Abstand zwischen Brandherd und Drohnen-Basisstation angepasst, kann die Reichweite sogar auf 20 Meilen erweitert werden. Sobald ein Brand über Kameras, Beobachtungssensoren oder Notrufe erkannt wird, können Feuerwehrleute über eine App GPS-Wegpunkte auf die Drohne hochladen und diese von der gezogenen Plattform aus starten.

Bei der Durchführung von Aufgaben steuern Feuerwehrleute die Drohne nicht direkt, sondern legen den Flugbereich und die Hindernisse fest, die es zu meiden gilt. Die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit der Drohne beträgt etwa 30 Meilen pro Stunde, und die Flughöhe bleibt mehrere Dutzend Fuß über dem Boden, wodurch Bodenhindernisse umgangen werden können, ohne den Flugverkehr zu beeinträchtigen.

Wenn die Drohnen am Einsatzort eintreffen, greifen sie nacheinander den Brandherd an und kehren dann zur Basis zurück. An der Basis kann ein einzelner Techniker innerhalb weniger Minuten die Wasserquelle der Drohne auffüllen, die Batterie austauschen und sie wieder betriebsbereit machen. Nachdem die Bodenfeuerwehrleute am Einsatzort eingetroffen sind, prüfen sie, ob weitere Löschangriffe erforderlich sind.

Das von Senner entwickelte System ist darauf ausgelegt, einen Brand innerhalb der ersten 10 bis 15 Minuten zu löschen, wenn ein hohes Risiko für eine Verschlechterung besteht. Dies ist auch ein kritischer Zeitraum, um die Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Das System kostet weniger als der Einsatz von Hubschraubern und kann steile und unzugängliche Gebiete einfacher erreichen als Feuerwehrleute.

Gleichzeitig veranstaltete die XPRIZE Foundation kürzlich einen Wettbewerb, der sich mit der Entwicklung von Drohnensystemen zur Brandbekämpfung befasste. Die ehemalige US-Feuerwehrchefin Lori Moore-Merrell wies darauf hin, dass diese Technologie einen wichtigen Wendepunkt darstellt und die damit verbundenen öffentlichen Richtlinien, Lieferketten und Betriebsstandards mit der Entwicklung Schritt halten müssen.