Toshiba Corp teilte am Donnerstag mit, dass sich mehr als die Hälfte seiner Aktionäre an einem Übernahmedeal im Wert von 13,5 Milliarden US-Dollar unter Führung des Private-Equity-Fonds Japan Industrial Partners (JIP) beteiligt und damit die Schwelle zur Privatisierung des Unternehmens erreicht habe, wodurch seine 74-jährige Geschichte als börsennotiertes Unternehmen beendet werde. Die Geschichte von Toshiba lässt sich bis ins Jahr 1875 zurückverfolgen. Das Unternehmen sagte, JIP halte derzeit 78,65 % seiner Aktien und kündigte an, dass es einen Termin für die Dekotierung von der Tokioter Börse bekannt geben werde, sobald eine Entscheidung getroffen sei.
Das Delisting von Toshiba wird ein schwieriges Jahrzehnt krönen, das von Skandalen und hohen Verlusten geprägt war.
Toshiba, einst bekannt für seine technologischen Innovationen, zahlte 2015 Japans höchste Geldstrafe aller Zeiten wegen der Fälschung von Finanzberichten. Dann erlebte das Unternehmen einen katastrophalen Vorstoß in die Kernenergie, der es zu einer Abschreibung in Höhe von 6,3 Milliarden US-Dollar und zum Verkauf seines „Kronjuwelen“-Geschäfts mit Speicherchips zwang, das nun in Kioxia Holdings Corp. umstrukturiert wurde.
Im Jahr 2021 kündigte das Unternehmen Pläne zur Aufteilung in drei Geschäftsbereiche an, überarbeitete diesen Plan jedoch im Jahr 2022 zugunsten einer Zweiteilung. Der damalige CEO trat zurück, um die Verantwortung für das Chaos zu übernehmen, woraufhin der Vorstand begann, Angebote für die Privatisierung des Unternehmens einzuholen.